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Neues aus der Bewegungsforschung: Publikationen von ipb-Mitgliedern (IV.2020)

Was passiert in der (deutschen) Bewegungsforschung? Was wird aktuell erforscht und publiziert?
Seit Ende 2017 listen wir einschlägige Publikationen unseres Instituts und unserer Mitglieder quartalsweise im ipb-Blog und auf der Webseite auf. Bei nunmehr knapp 200 Mitgliedern zeichnen diese gesammelten Veröffentlichungen ein gutes Bild der aktuellen Forschung zu Protest, Zivilgesellschaft und sozialen Bewegungen.

Berücksichtigt werden insbesondere einschlägige Monographien, Herausgeberschaften, Zeitschriftenartikel und Forschungsberichte im vierten Quartal 2020. ipb-Mitglieder sind hervorgehoben.

Anderl, Felix, und Antonia Witt. „Problematising the Global in Global IR“. Millennium, 2020.

Ataç, Ilker, und Elias Steinhilper. „Arenas of fragile alliance making. Space and interaction in precarious migrant protest in Berlin and Vienna“. Social Movement Studies, 2020.

Bechtum, Alexandra, und Carolina A. Vestena. „Rezension: Poststrukturalistische Blickverschiebungen in der Bewegungsforschung“. Forschungsjournal Soziale Bewegungen 33, Nr. 4:  874–78, 2020.

Berg, Clara van den, Edgar Grande, und Swen Hutter. „Was wird aus dem harten Kern? Auswirkungen der Corona-Krise auf das Engagement für Geflüchtete“. Voluntaris 8, Nr. 2 (2020): 226–42.

Berg, Sebastian, und Daniel Staemmler. „Zur Konstitution der digitalen Gesellschaft. Alternative Infrastrukturen als Element demokratischer Digitalisierung“. In Demokratietheorie im Zeitalter der Frühdigitalisierung, herausgegeben von Michael Oswald und Isabelle Borucki, 127–47. Wiesbaden: Springer Fachmedien, 2020.

Dallyn, Sam, und Fabian Frenzel. „The Challenge of Building a Scalable Postcapitalist Commons: The Limits of FairCoin as a Commons‐Based Cryptocurrency“. Antipode, 2020,

Daniel, Antje, und Andreas Exner. „Kartographie gelebter Ökotopien“. Forschungsjournal Soziale Bewegungen 33, Nr. 4: 785–800, 2020.

Deutschmann, Anna, Antje Daniel, Piotr Kocyba, und Moritz Sommer. „Editorial: Spannungsfeld Umwelt – Aktivismus Weltweit“. Forschungsjournal Soziale Bewegungen 33, Nr. 4: 721–28.

Hafeneger, Benno, Hannah Jestädt, Moritz Schwerthelm, Nils Schuhmacher und Gillian Zimmermann:  Die AfD und die Jugend: wie die Rechtsaußenpartei die Jugend- und Bildungspolitik verändern will. Wochenschau, 2020.

Hutter, Swen, und Ines Schäfer. „Cleavage Politics and European Integration“. In Cleavage Politics and European Integration. Routledge, 2020.

Hüttner, Bernd. „Rezension: Bartlitz u.a. (Hrsg.): Die Besetzung und Räumung der Mainzer Straße 1990 in Ost-Berlin“, 2020. https://www.rosalux.de/news/id/43121/.

Hüttner, Bernd. „Rezension: Schmiechen-Ackermann et al. (Hrsg.): Der Gorleben-Treck 1979. Anti-Atom-Protest als soziale Bewegung und demokratischer Lernprozess, Wallstein Verlag.“, 2020. https://www.rosalux.de/news/id/43258.

Hüttner, Bernd. „Rezension: Seegers (Hg.): 1968: Gesellschaftliche Nachwirkungen auf dem Lande, Wallstein.“, 2020. https://www.rosalux.de/news/id/43511.

Klein, Ansgar, Rainer Sprengel, und Johanna Neuling, Hrsg. Zivilgesellschaft in der Corona-Krise und ihre Gestaltungsaufgaben. Wochenschau, 2020.

Knopp, Philipp, Tilo Grenz, Peter Fikar, und Tereza Maletz. „Bewegungsforschung und Mediendesign. Warum sich die soziale Bewegungsforschung in das Design digitaler Medien einmischen sollte“. Forschungsjournal Soziale Bewegungen 33, Nr. 4: 851–60, 2020.

Leinius, Johanna. „From Defending Body and Territory to Defending Body as Territory: Women’s Politics of Translation in Eco-Territorial Conflicts“. Gewalt, Krieg und Flucht: Feministische Perspektiven auf Sicherheit, 2020.

Leinius, Johanna. „Sozialökologische Bewegungen in Lateinamerika: Bedeutungen von ‚Natur‘ in Wasserkonflikten in Peru“. Forschungsjournal Soziale Bewegungen 33, Nr. 4: 740–53, 2020.

Margarit, Diana, und Henry Rammelt. „The Revitalization of Social and Civic Participation in Eastern Europe? | Intersections. East European Journal of Society and Politics“. Intersections. East European Journal of Society and Politics, 6, Nr. 4 (2020).

Nachtwey, Oliver. „The transformation of Industrial Citizenship in the course of European integration“. British Journal of Sociology, 2020.

Porta, Donatella della, Hans Jonas Gunzelmann, und Martín Portos. „Repression and Democracy Amidst the Eventful 1-O Referendum“. In Catalan Independence and the Crisis of Sovereignty, herausgegeben von Óscar García Agustín, 127–50. Cham: Springer International Publishing, 2020.

Roose, Jochen, Moritz Sommer, und Maria Kousis. „Looking for the Way Out: The Attribution of Treatment Responsibility among Greek and German Actors in the Eurozone Crisis Debate“. German Politics and Society 38, Nr. 3: 25–53, 2020.

Schipper, Sebastian, und Lisa Vollmer, Hrsg. Wohnungsforschung. Ein Reader. Transcript, 2020.

Schönig, Barbara, und Lisa Vollmer, Hrsg. Wohnungsfragen ohne Ende?! Ressourcen für eine soziale Wohnraumversorgung. Interdisziplinäre Wohnungsforschung, Band 1. Bielefeld: Transcript, 2020.

Steinhilper, EliasMigrant Protest: Interactive Dynamics in Precarious Mobilizations. Amsterdam University Press, 2020.

Stern, Verena. „Die USA in Zeiten von Corona: Erzählungen von Freiheit, institutionalisierter Rassismus und ein gescheiterter Gesellschaftsvertrag“. In Virenregime von Thomas Schmidinger, Josef Weidenholzer, herausgegeben von Thomas Schmidinger und Josef Weidenholzer, 182–87. Wien: bahoe books, 2020.

Sutter, Ove. „Between Prefigurative Politics and Collaborative Governance: Vernacular Humanitarianism in the Migration Movements of 2015“. Ethnologia Europaea 50, Nr. 2020.

Sydiq, Tareq. „Vom Protest- zum Quarantänejahr: Neue Arenen der Konfliktaushandlung“. Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung, 2020.

Wiemann, Anna. „Rezension: Japan’s Living Politics: Grassroots Action and the Crises of Democracy“. Social Science Japan Journal, 2020.

Wienkoop, Nina-Kathrin. Social movements as safeguards against democratic backslidings in Africa? A comparison of term amendment struggles in Burkina Faso and Senegal, 2020. Online.

Café Comunista

bewegung.taz.de - 16.01.2021
28.01.2021, 19:00 Uhr - 28.01.2021, 21:00 Uhr

Jeden letzten Donnerstag im Monat öffnen wir das Café Comunista als offenes Treffen, wo wir über aktuelle Themen diskutieren sowie über linkskommunistische Theorien und Positionen informieren.

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Mit dem Green New Deal wird alles besser?

bewegung.taz.de - 16.01.2021
18.01.2021, 19:00 Uhr - 18.01.2021, 21:00 Uhr

 Jeden Montag um 19h diskutieren Anne Seeck, Peter Nowak, Gerhard Hanloser und Elisabeth Voß mit Gästen, diesmal zum Thema: "Mit dem Green New Deal wird alles besser?"

Ist die gesellschaftliche Linke straatstreu geworden und reiht sich ein ins "Gemeinsam gegen Corona"? Wir suchen kritisch-solidarische Perspektiven "von unten" gegen die Alternativlosigkeit "von oben".

Jeden Montag um 19h diskutieren Anne Seeck,Peter NowakGerhard Hanloser und Elisabeth Voß mit Gästen, diesmal zum Thema: "Mit dem Green New Deal wird alles besser?"

Vor Corona sind nicht alle gleich, im Gegenteil. Globale Finanzakteure und Digitalkonzerne gehören zu den Profiteuren und verschärfen die Situation derjenigen, die ohnehin benachteiligt sind.
Wir stellen Alternativen vor, die als Green (New) Deals diskutiert werden. Stecken begründete Hoffungen darin, oder sind es illusionäre Versuche, den Kapitalismus mit Greenwashing zu retten?

Martina Groß berichtet, wie Präsident Franklin D. Roosevelt in den 1930er Jahren in den USA die Wirtschaftskrise mit dem New Deal überwand. Lässt sich für heute daraus lernen?

Bruno Kern wirft einen kritischen Blick auf den Green Deal der Europäischen Union. Geht der nur nicht weit genug, oder in die vollkommen falsche Richtung?

Maike Wilhelm stellt den Green New Deal von DIEM25 vor, der sich am Modell von Alexandria Ocasio-Cortez und Bernie Sanders in den USA orientiert. Wie viel Roosevelt steckt da drin und gibt es Übereinstimmungen mit der EU? Was sind die Unterschiede?

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, kommt einfach in den BigBlueButton-Raum:
<https://vk1.minuskel.de/b/ste-zwy-d92-c73>
Ihr müsst der Aufzeichnung zustimmen, wir nehmen aber nur den ersten Teil mit den Inputs auf.

Alternativ könnt Ihr auch per Telefon teilnehmen:
+49-30-80949510
Dann bitte nach Aufforderung die PIN 24811 eingeben.

Infos zu den Themen der bisherigen Veranstaltungen sowie Videoaufzeichnungen findet Ihr hier:
https://vimeo.com/user14565390
 

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Lunch & Learn (1 von 4) - Was hat der Welthandel mit dem Klimawandel zu tun? Eine Einführung

bewegung.taz.de - 15.01.2021
20.01.2021, 12:00 Uhr - 20.01.2021, 12:45 Uhr

Wenn es um die Dekarbonisierung unseres Wirtschaftssystems geht, bleibt die Handelspolitik meist außen vor. Dabei sind fast 30% der weltweiten CO2-Emission in international gehandelten Gütern enthalten und Handelsregeln entscheiden maßgeblich darüber mit, welche Maßnahmen Regierungen zur Bekämpfung des Klimawandels treffen können.

In dieser vierteiligen Serie wollen wir uns anschauen, wie Klimawandel und internationaler Handel zusammenhängen und wie Freihandelsverträge sich auf Klimaschutzbemühungen auswirken. Spielen die Treibhausgasemissionen des internationalen Warenverkehrs eine große Rolle oder können sie vernachlässigt werden? Ein weiterer Aspekt sind Klagen von Konzernen, die für Klimaschutzmaßnahmen hohen Schadensersatz verlangen. So droht beispielsweise der deutsche Energiekonzern Uniper mit einer Milliardenklage gegen die Niederlande für den Ausstieg aus der Kohleverbrennung bis 2030. Und schließlich wollen wir auch ergründen, ob und wie Handelsverträge klimafreundlicher gestaltet werden können.

In vier 45-minütigen Sitzungen dieser zweiten Lunch&Learn Serie wollen wir diese Themen von Mitte Januar an besprechen. Nach einem 20-minütigen Kurzinput wird es die Möglichkeit geben, den Referent*innen Fragen zu stellen und das Thema unter den Teilnehmenden zu diskutieren.

Im ersten Webinar unserer vierteiligen Reihe wird Cornelia Maarfield vom Climate Action Network Europe eine kurze Einführung in die Verbindungen von Klimawandel, Handel und Handelspolitik geben. Dabei soll auch diskutiert werden, inwiefern Freihandelsabkommen die Klimakrise verschärfen oder zur ihrer Lösung beitragen können.

 

Zur Anmeldung: https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_5eE_-uwwRLGgrwmkCyT3gg

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Bestway Steel Pro Erfahrungen

bewegung.taz.de - 15.01.2021
19.01.2021, 09:30 Uhr - 19.01.2021, 10:45 Uhr

Wir widmen uns den einfachen und leichten Lösungen von Bestway. Es gibt mittlerweile unterschiedlichste Angebote und wer sich genauer informieren möchte, ist hier gut beraten und auf der sicheren Seite. Wer sich genauer zu den Materialien und Qualitäten informieren möchte, kann dies bequem auf der Seite von Bestway Steel Pro tun. Dort geht es auch zur Anmeldung für das kostenfreie Webinar.

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Wenn Essen politisch wird – working paper zur Wir haben es satt!-Demonstration 2020

Seit zehn Jahren organisiert das Bündnis “Meine Landwirtschaft” Großdemonstrationen zum Auftakt der Agrarmesse “Grüne Woche” in Berlin statt. Die Demonstration ist in der Diskussion über eine Agrarwende hin zu einer regionalen, nachhaltigen und kleinbäuerlichen Landwirtschaft eine feste Größe. Wer kommt zu der Demonstration? Welche Veränderungen fordern die Teilnehmenden und wie halten Sie es selbst mit der eigenen Ernährung? Um solche Fragen zu beantworten haben Forscher*innen der Freien Universität Berlin zusammen mit dem Institut für Protest- und Bewegungsforschung Teilnehmer*innen der Wir haben es satt!-Demonstration am 18. Januar 2020 befragt.

Die Befragung zeigt: die Wir haben es satt!-Demonstration ist stärker von Frauen geprägt als andere Proteste, junge Teilnehmende machen einen geringeren Anteil aus und die Teilnehmenden ordnen sich politisch deutlich links der Mitte ein. Befragt nach ihrer Wahlabsicht, neigen fast zwei Drittel den Grünen zu; nur die Linkspartei hat daneben nennenswerte Unterstützung. Wie bei vielen Protesten in Deutschland stellen die Befragten einen spezifischen Ausschnitt der Bevölkerung dar: zwei Drittel geben an, einen Universitätsabschluss zu haben, die meisten verfügen über ein mittleres bis hohes Einkommen. Vor allem aber waren die Demonstrant*innen stark politisch engagiert: viele von ihnen sind Mitglieder in politischen Organisationen, sehr erfahrene Demonstrant*innen und vertraut mit den gesellschaftspolitischen Kämpfen zu Klima- und Umweltpolitik. Drei Viertel der Befragten geben an, sich an den Klimaprotesten der Fridays for Future beteiligt zu haben. Für weniger als zwei Prozent war die Wir haben es satt!-Demonstration der erste Protest überhaupt.

Da es bei der Befragung nicht möglich war, auch diejenigen zu erfassen, die sich auf Traktoren an der Demonstration beteiligten, finden sich unter den Befragten nur wenige Erzeuger*innen von Lebensmitteln, sondern in erster Linie Konsument*innen. Die Teilnehmenden setzen zu großen Teilen die Forderung nach einer anderen Agrarwirtschaft auch im eigenen Konsumverhalten um. Der Anteil der Vegetarier*innen und Veganer*innen ist um ein Vielfaches höher als in der gesamten Bevölkerung. Ein Drittel der Befragten gibt an, nie Fleisch zu essen. Insgesamt kann die Gruppe als ernährungsbewusst bezeichnet werden. Sie trifft ethische Kaufentscheidungen und bevorzugt regionale, ökologische und fair gehandelte Lebensmittel. Der Fokus liegt dabei auf der Umgestaltung der Landwirtschaft in Deutschland und in der EU und weniger auf einer gerechten Weltagrarpolitik.

Die Ergebnisse der Befragung sind im working paper 1/2021 nachzulesen:

Madalena Meinecke, Renata Motta, Michael Neuber, Moritz Sommer, Simon Teune, Janina Hennigfeld, Noémi Unkel und Carolin Küppers: Politische Ernährung. Mobilisierung, Konsumverhalten und Motive von Teilnehmer*innen der Wir haben es satt!-Demonstration 2020

Download (pdf, 1,0 MB)

Übersicht der ipb working papers

Foto: Ruben Neugebauer / Campact (cc by-nc 2.0)

Weiterbildung jetzt überregional: „CHANGE - Arbeiten in Zeiten des Klimawandels“ von LIFE e.V.

bewegung.taz.de - 14.01.2021
01.03.2021, 00:00 Uhr - 13.08.2021, 00:00 Uhr

Es ist unser Ziel, Frauen mit ausländischen Studienabschlüssen auf die veränderten Qualifikationsanforderungen in den vom Klimawandel besonders betroffenen Sektoren (vulnerable Sektoren) vorzubereiten und so ihre Chancen am bundesweiten Arbeitsmarkt zu erhöhen. Dazu werden sie fachlich, fachübergreifend und fachsprachlich qualifiziert und bei der Suche nach geeigneten Arbeitsplätzen unterstützt, wo sie ihre mitgebrachten akademischen Qualifikationen zusammen mit den neu erworbenen Kompetenzen zu Klimaschutz und Klimawandelanpassung als Klimawandelmentorin sinnvoll einbringen können.

Ab 2021 wird eine rein virtuelle Teilnahme für Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet möglich sein. Für Frauen aus Berlin werden zusätzliche Präsenzveranstaltungen geplant. Auf der gemeinsamen eLearning-Plattform und während der regelmäßigen live-Meetings begegnen sich alle Teilnehmerinnen und erwerben dabei aktuell immer wichtiger werdende digitale Fähigkeiten.

Kosten: Teilnahme ist kostenlos, weil durch den ESF finanziert (Teilprojekt des Förderprogramms ‚Integration durch Qualifizierung (IQ)‘)

Ansprechpartnerin: Dagmar Laube  change@life-online.de  03030879819

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Corona und linke Kritik(un)fähigkeit, Teil 4: diesmal zum Thema: "Blackrock, Friedrich Merz – und was tun ?"

bewegung.taz.de - 09.01.2021
11.01.2021, 19:00 Uhr - 11.01.2021, 21:00 Uhr

Ist die gesellschaftliche Linke straatstreu geworden und reiht sich ein ins "Gemeinsam gegen Corona"? Wir suchen kritisch-solidarische Perspektiven "von unten" gegen die Alternativlosigkeit "von oben".

Jeden Montag um 19h diskutieren Anne Seeck, Peter Nowak (https://www.freitag.de/autoren/peter-nowak), Gerhard Hanloser (https://www.freitag.de/autoren/ghanloser) und Elisabeth Voß (https://www.freitag.de/autoren/elisvoss)  mit Gästen, diesmal zum Thema: "Blackrock, Friedrich Merz – und was tun ?"

Vor Corona sind nicht alle gleich, im Gegenteil. Globale Finanzakteure wie Blackrock gehören zu den Profiteuren und  verschärfen die Situation derjenigen, die ohnehin benachteiligt sind.
Blackrock ist mehr als Friedrich Merz. Werner Rügemer leuchtet Leerstellen in der öffentlichen Debatte und in linken Diskussionen aus, benennt Akteure und Auswirkungen des Finanzmarktkapitalismus in Corona-Zeiten.
Friedrich Merz ist auch mehr als Blackrock, das zeigt Anne Seeck an einer Sammlung von Zitaten des Grauens.
Ursula Klingmüller berichtet vom Blackrock-Tribunal (https://www.blackrocktribunal.de), das im September 2020 in Berlin stattgefunden hat, von den Ergebnissen  (https://zweischritte.berlin/post/632054411852726272/blackrock-tribunal) und wie es nun weitergehen soll.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, kommt einfach in den BigBlueButton-Raum:
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Ihr müsst der Aufzeichnung zustimmen, wir nehmen aber nur den ersten Teil mit den Inputs auf.

Alternativ könnt Ihr auch per Telefon teilnehmen:
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Rezension: Handbuch Poststrukturalistische Perspektiven auf soziale Bewegungen

Auf unserem Blog stellen wir in unregelmäßigen Abständen Buchpublikationen von ipb-Mitgliedern vor. Bisher sind Rezensionen zu folgenden Büchern erschienen:

Ganz, Kathrin. 2018.  Die Netzbewegung. Subjektpositionen im politischen Diskurs der digitalen Gesellschaft (Verlag Barbara Budrich), rezensiert von Friederike Habermann.

Müller, Melanie. 2017Auswirkungen internationaler Konferenzen auf Soziale Bewegungen (Springer VS), rezensiert von Antje Daniel.

Roose, Jochen / Dietz, Hella (Hrsg.). 2016 Social Theory and Social Movements. Mutual Inspirations (Springer VS), rezensiert von Janna Vogl.

Zajak, Sabrina. 2016. Transnational Activism, Global Labor Governance, and China (Palgrave), rezensiert von Melanie Kryst.

Daphi, Priska/Deitelhoff, Nicole/Rucht, Dieter/Teune, Simon (Hg.) 2017: Protest in Bewegung? Zum Wandel von Bedingungen, Formen und Effekten politischen Protests (Leviathan Sonderheft, Nomos), rezensiert von Luca Tratschin. 

della Porta, Donatella (Hg.): 2018. Solidarity Mobilizations in the ‚Refugee Crisis‘ (Palgrave), rezensiert von Leslie Gauditz.

Daphi, Priska 2017: Becoming a Movement – Identity, Narrative and Memory in the European Global Justice Movement (Rowman & Littlefield), rezensiert von Johannes Diesing. 

Mullis, Daniel 2017: Krisenproteste in Athen und Frankfurt. Raumproduktionen der Politik zwischen Hegemonie und Moment (Westfälisches Dampfboot), rezensiert von Judith Vey.

Wiemann, Anna 2018: Networks and Mobilization Processes: The Case of the Japanese Anti-Nuclear Movement after Fukushima (Iudicium), rezensiert von Jan Niggemeier. 

Lessenich, Stephan 2018: Neben uns die Sintflut: Wie wir auf Kosten anderer Leben. München (Piper), sowie Brand, Ulrich/Wissen, Markus 2017: Imperiale Lebensweise: Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im Kapitalismus (oekom), rezensiert von Fabian Flues.

Grote, Jürgen R./Wagemann, Claudius 2019: Social Movements and Organized Labour (Routledge), rezensiert von Susanne Pernicka. 

Maik Fielitz/Nick Thurston (Hg.) 2020: Post-Digital Cultures of the Far Right. Online Actions and Offline Consequences in Europe and the US (Transcript), rezensiert von Tobias Fernholz.

Grimm, Jannis/Koehler, Kevin/Lust, Elisabeth/Saliba, Ilyas/Schierenbeck, Isabelle 2020. Safer Field Research in the Social Sciences. A Guide to Human and Digital Security in Hostile Environments (Sage), rezensiert von Luca Miehe. 

 

Es folgen nun Alexandra Bechtum und Carolina A. Vestana mit einer Rezension zu Vey, Judith/Leinius, Johanna/Hagemann, Ingmar 2019: Handbuch Poststrukturalistische Perspektiven auf soziale Bewegungen Ansätze, Methoden und Forschungspraxis (Transcript). Die Rezension erschien ursprünglich unter dem Titel „Poststrukturalistische Blickverschiebungen in der Bewegungsforschung“ in Heft 4/2020 des Forschungsjournals Soziale Bewegungen. 

Formulierten manche Wissenschaftler*innen vor einigen Jahren noch die Diagnose, die Forschung zu sozialen Bewegungen sei in Deutschland wenig institutionalisiert (zum Beispiel Haunss 2018), mehren sich heute Publikationen und Veranstaltungen zu Protest und alltäglichen Widerstandspraxen. Viele Analysen in der Bewegungsforschung beschäftigen sich vor allem mit den Entstehungsursachen von Bewegungen, ihren Organisationsformen sowie ihren Repertoires. Zunehmend untersuchen Wissenschaftler*innen im deutschsprachigen Raum soziale Bewegungen mit machtsensiblen, diskursorientierten und kritischen Ansätzen. Arbeiten aus der kritischen politischen Ökonomie und Migrationsforschung setzen sich beispielsweise mit der Interaktion zwischen ökonomischen und politischen Strukturen und den Mobilisierungsprozessen von sozialen Bewegungen auseinander (Ribera-Almandoz et al. 2020; Schwenken 2006; Schwertl et. al. 2018). In diesem Forschungskontext haben Forscher*innen Vorschläge entwickelt, wie die Bewegungsforschung über die „traditionelle Werkzeugkiste“ hinausgehen kann, wenn Bewegungen eingebettet in politische und ökonomische Prozesse auf internationaler Ebene analysiert werden (vgl. della Porta 2017; Engelhardt/Moore 2017).

Gesellschaftstheoretisch fundierte Analysen und die Bewegungsforschung bestehen weiterhin meist nebeneinander. Das Handbuch „Poststrukturalistische Perspektiven auf soziale Bewegungen“ knüpft an dieser Forschungslücke an. Die Herausgeber*innen Judith Vey, Johanna Leinius und Ingmar Hagemann erklären in der Einführung, „zentrale gesellschaftstheoretische Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte“ haben in der Bewegungsforschung zu wenig Berücksichtigung gefunden

„Dazu gehören beispielsweise das Verständnis sozialer Bewegungen als Ausdruck gesamtgesellschaftlicher Dynamiken und die daraus folgende Notwendigkeit einer explizit gesellschaftstheoretisch angelegten Analyseperspektive, die komplexe Wechselbeziehung von sozialer Struktur und Subjekt und die daraus resultierende Negierung der Annahme von feststehenden, vor der Mobilisierung bereits bestehenden und objektiv erfassbaren Identitäten, oder die zentrale Bedeutung von Macht für die Formierung von sozialen Bewegungen und ihren Subjekten“ (9).

Das Handbuch präsentiert vielfältige poststrukturalistische Perspektiven auf soziale Bewegungen, mit denen die Herausgeber*innen das Ziel verfolgen „eine differenzierte Erfassung“ der Vielfalt gesellschaftstheoretischer Perspektiven vorzunehmen und sie mit der Forschung zu sozialen Bewegungen zusammen zu bringen (10).

Die Herausgeber*innen fassen unter sozialen Bewegungen ein breiteres Spektrum an sozialen Praktiken und Organisationsformen, das es ihnen erlaubt soziale Bewegungen zugleich als Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse zu konzeptualisieren.

Der Mehrwert einer poststrukturalistischen Blickverschiebung

Die Herausgeber*innen verfolgen nicht das Ziel ein neues theoretisches Konzept der poststrukturalistischen Bewegungsforschung zu erarbeiten. Vielmehr fordern sie im Anschluss an Moebius/Reckwitz eine „konzeptuelle Blickverschiebung“ (9). Eine poststrukturalistische Perspektive auf soziale Bewegungen soll komplexe Identitäten als solche betrachten, die sich nicht erst durch die Bewegungen konstituieren. Sie soll gesellschaftliche Machtverhältnisse erfassen und nicht zuletzt die Interaktion zwischen Forscher*innen und sozialen Bewegungen auch als solche verstehen. Gleichermaßen präsentiert das Handbuch nicht nur poststrukturalistische Perspektiven, sondern beleuchtet ihre „epistemologischen Prämissen, ihre Anwendung, ihren Mehrwert und ihre Grenzen“ kritisch (10). Die konzeptuelle Blickverschiebung, die die vielfältigen Beiträge vornehmen, rahmt die „postfundamentalistische und gesellschaftstheoretische Perspektive der radikalen Kontingenzakzeptanz“ (21).

Das Handbuch ist im Kontext der Arbeitsgruppe poststrukturalistische Perspektive innerhalb des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) entstanden. Die Beiträge wurden in mehreren Autor*innen-Workshops bearbeitet und vergleichend diskutiert. Die Entstehungsgeschichte unterstreicht den dialogorientierten Forschungsprozess und spiegelt sich in der Systematik der Beiträge wider.

Struktur des Handbuchs und Pluralität der Ansätze

Das Handbuch beginnt mit einer Verortung der Herausgeber*innen, mit der sie die Leerstellen der gegenwärtigen Bewegungsforschung aus ihrer Sicht herausarbeiten und den Mehrwert gesellschaftstheoretisch inspirierter Perspektiven auf soziale Bewegungen hervorheben. Die zahlreichen Einzelbeiträge sind entlang von fünf Teilbereichen gegliedert, in denen sie die Grenzen „etablierte[r] Forschungspraxen“ (19) der Bewegungsforschung aufzeigen und den Beitrag poststrukturalistischer Forschungsperspektiven unterstreichen: „Diskurse und Deutungskämpfe“, „Praktiken und Affekte“, „Hegemonie und Herrschaftskritik“, „Artikulation“ und „Radikale Demokratie weiterdenken“. Die Herausgeber*innen bringen die verschiedenen Aufsätze in einen Dialog, in dem sie den jeweiligen zentralen Erkenntnisgewinn den fünf Teilbereichen zuordnen. So diskutieren sie relevante Theorieströmungen aktueller kritischen und poststrukturalistischen Ansätze, die versuchen sozialen Wandel zu erklären.

Die insgesamt 16 Beiträge folgen einem gleichen Aufbau und stellen ein stichpunktartiges Kurzporträt mit ihren Kernaussagen voran. Gleichzeitig ist das Handbuch eklektisch strukturiert und dokumentiert die Vielfalt poststrukturalistischer Perspektiven. Die Autor*innen der Beiträge greifen auf unterschiedliche theoretische Ansätze zurück, die von Michel Foucault und Stuart Hall über hegemonietheoretische Arbeiten von Ernesto Laclau, Chantal Mouffe, Bob Jessop und Ngai-Ling Sum bis hin zu postkolonialen und feministischen Ansätzen, Affekttheorien und Konzepten der radikalen Demokratie reichen.

Diesen Eklektizismus verfolgen die Herausgeber*innen insofern konsequent, als dass sie im Anschluss an poststrukturalistische Prämissen ein übergeordnetes Erklärungsmodell ablehnen. So erklären die Herausgeber*innen: „Ein wesentliches Grundmotiv poststrukturalistischer Ansätze ist die Skepsis gegenüber festen, stabil und wohlgeordnet erscheinenden sozialen Phänomenen, deren Zustand durch wissenschaftliche Analysen festgehalten werden kann“ (21).

Nicht nur die vielfältigen theoretischen Blickwinkel, sondern auch die breite Auswahl an Bewegungen ist hervorzuheben, die im Handbuch auf Basis fundierter empirischer Erhebungen analysiert werden: Die Beiträge untersuchen zum Beispiel Klimabewegungen, Platzbesetzungen, die Indignad@s sowie post-anarchistische und munizipalistische Bewegungen. Darüber hinaus beleuchten einzelne Beiträge auch die Praktiken von Bürgerwehren und populistischen Bewegungen hierzulande. Als weitere Blickerweiterung sticht beispielweise die Analyse des Islamismus als soziale Bewegung hervor.

Die Vielfalt an theoretischen Zugängen und empirischen Fallbeispielen machen das Handbuch trotz seiner Systematik anspruchsvoll und voraussetzungsvoll. Jeder Beitrag setzt Vorkenntnisse über die jeweiligen gesellschaftstheoretischen Ansätze und/oder empirischen Kontexte voraus.

Ausblick und Aktualität für die Bewegungsforschung

Unserer Einschätzung nach erreicht das Handbuch sein Ziel: Es systematisiert eine Bandbreite an poststrukturalistischen Perspektiven auf soziale Bewegungen und regt dazu an, gesellschaftstheoretisch fundierte Analysen innerhalb der Bewegungsforschung stärker zu berücksichtigen. Dabei bleibt es nicht beim Postulat einer Blickverschiebung, sondern die Herausgeber*innen und Autor*innen analysieren überzeugend unterschiedliche Bewegungen als Ausdruck gesamtgesellschaftlicher Dynamiken. Dies tun sie, getreu des Anspruchs poststrukturalistischer Perspektiven, ohne sich für eine übergreifende theoretische und empirische Herangehensweise auszusprechen.

Zusammenfassend zeigt das Handbuch, welchen Mehrwert poststrukturalistische Ansätze für die Analyse sozialer Bewegungen haben können. Darüber hinaus leisten sie eine produktive Verbindung mit der etablierten Bewegungsforschung, indem sie Ansätze wie Framing und Contentious Politics durch die Linsen der poststrukturalistischen Theorien zu ihrer Erneuerung auffordern.

Das Handbuch ist 2019 vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie erschienen. Während wir die Rezension erstellen, ist offen, wie die sozialen und politischen Folgen der Pandemie die Welt verändern werden. In den Verhandlungen einer Post-Krise spielen kollektive Mobilisierung und Formen der politischen Organisation jedoch erneut eine entscheidende Rolle. Wenn die Möglichkeit des Protestierens auf den Straßen begrenzt wird, oder die progressive Symbolik von konservativen und rechtspopulistischen Initiativen zunehmend vereinnahmt wird, braucht die Forschung umso mehr machtsensible analytische Werkzeuge, die sich mit der Komplexität und dem permanenten Verhandeln von Identitäten auseinandersetzten können sowie Bewegungen und Protest als Ausdruck gesellschaftlicher Macht- und Ungleichheitsverhältnisse verstehen. Das Handbuch „Poststrukturalistische Perspektiven auf sozialen Bewegungen“ ist zweifelsohne ein wegweisender Ausgangspunkt für solche Forschungsvorhaben.

 

Literatur

della Porta, Donatella 2017: Political Economy and social Movement Studies: The Class Basis of Anti-austerity Protests. In: Anthropological Theory, Jg. 17, Heft 4, 453–473.

Engelhardt, Anne/Moore, Madelaine 2017: Über den Werkzeugkasten hinausgehen: Soziale Bewegungsforschung aus einem materialistisch dialektischen Blickwinkel. In: Momentum Quarterly – Zeitschrift für sozialen Fortschritt, Jg. 6, Heft 4, 271–289.

Haunss, Sebastian 2018: Precarious Research in a Movement Society: Social Movements Research in Germany. In: Fillieule, Olivier/Accornero, Guya (Hg.): Social Movement Studies in Europe: The State of the Art, Protest, Culture and Society. Oxford: Berghahn, 214–231.

Ribera-Almandoz, Olatz/Huke, Nikolai/Clua-Losada, Mònica/Bailey, David J. 2020: Anti-austerity between Militant Materialism and Real Democracy: Exploring Pragmatic Prefigurativism. In: Globalizations, 1–16.

Schwenken, Helen 2006: Rechtlos, aber nicht ohne Stimme: politische Mobilisierungen um irreguläre Migration in die Europäische Union. Transcript.

Schwertl, Katherine Braun/Georgi, Fabian/Matthies, Robert/Pagano, Simona,/Rodatz Mathias, Maria 2018: Umkämpfte Wissensproduktionen der Migration. Editorial. In: movements. Journal for Critical Migration and Border Regime Studies, Jg. 4, Heft 1, 9–27.

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Bewegungsforschung und Mediendesign

Seit 2018 schreiben Autor*innen des ipb in einer eigenen Rubrik des Forschungsjournals Soziale Bewegungen: “ipb beobachtet”. Die Rubrik schafft einen Ort für pointierte aktuelle Beobachtungen und Beiträge zu laufenden Forschungsdebatten und gibt dabei Einblick in die vielfältige Forschung unter dem Dach des ipb.

Bisher sind folgende Beiträge erschienen, die alle auch auf unserem Blog zu lesen sind:

Der folgende Text von Philipp Knopp, Tereza Maletz, Peter Fikar und Tilo Grenz erschien unter dem Titel “Bewegungsforschung und Mediendesign. Warum sich die soziale Bewegungsforschung in das Design digitaler Medien einmischen sollte” im Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Jg. 33, Heft 4.2020. Philipp Knopp ist Mitglied des Instituts für Protest- und  Bewegungsforschung (ipb).
Kontakt: philipp.knopp@univie.ac.at

Mittlerweile gehört die Annahme, dass digitale Medien soziale Bewegungen nachhaltig verändern, zu den Binsenweisheiten der Protest- und Bewegungsforschung. Sie prägen Protestrepertoires, die Mobilisierung und die Prozesse der Institutionalisierung von sozialen Bewegungen. Die Digitalisierung kann Protestierenden Zugang zu neuen Öffentlichkeiten verschaffen; sie macht sie unabhängiger von der Berichterstattung der Massenmedien, vereinfacht die Etablierung und Aufrechterhaltung transnationaler Solidarbeziehungen und ermöglicht neue Protestformen und -orte (Kannengießer 2014). Zuletzt haben die digitalen Protestformen und Diskussionsforen eine gewisse Kontinuität von Protesten in der Coronakrise ermöglicht. Viele soziale Bewegungen verlagerten ihre Proteste auf Internetplattformen oder griffen auf bereits bewährte Formen digitalen Engagements zurück. So konnten wichtige Kommunikationsbeziehungen aufrechterhalten werden, auch wenn diese Interaktionen (ohne physischen Kontakt) oft von den Protagonist*innen selbst als defizitär wahrgenommen wurden. Soziale Bewegungsakteur*innen experimentierten auch mit den widerständigen Potentialen kommerzieller Onlineplattformen. „Zoom-Streiks“ und „Zoom-Bombings“ sind wohl die aufsehenerregendsten Varianten dieser eigensinnigen Medienpraktiken. Auf solche Aktionen folgten sogar Anpassungen der Videokommunikationsplattform durch eine Veränderung der Zutrittsregulierung.

Auf der anderen Seite der Medaille gibt es rege Debatten über die negativen Folgen der digitalen Mediatisierung politischer Beteiligung: Die Verstärkung von bestehenden Ungleichheiten (Oser/Boulianne 2020), die Ausweitung von Überwachung, hate speech in sozialen Netzwerken, oder die verstärkte Abhängigkeit von digitalen Infrastrukturen sowie die damit verbundene neue Verletzbarkeit gegenüber autoritären Interventionen (Freudenschuß 2017) sind nur einige Facetten, die den ambivalenten Charakter digitaler Medien ausmachen (Knopp 2020). Nicht zuletzt ist die Digitalisierung daher auch politisches Thema sozialer Bewegungen, wie die Proteste gegen Vorratsdatenspeicherung bereits früh gezeigt haben. In der Coronakrise machten der Chaos Computer Club und andere Netzaktivist*innen mit der scharfen Kritik an den Überwachungspotentialen und Sicherheitslücken der staatlichen Corona-Apps von sich reden.

Doch was bedeutet dieses Gewicht der digitalen Medien für jene engagierte Protest- und Bewegungsforschung, die sich für eine gesellschaftliche Demokratisierung und damit auch für ein anerkennendes Verständnis von Protest und sozialen Bewegungen einsetzt?[1] Reicht es noch, die Wirkung digitaler Technologien zu beschreiben und zu analysieren, oder muss die Protest- und Bewegungsforschung in Designprozessen digitaler Medientechnologien mitwirken, ihre Expertise Technologieentwickler*innen zur Verfügung stellen oder selbst Medientechnologien mitentwerfen? Und wenn wir diese letzte Frage mit ja beantworten, welche Position beziehen Forschende in diesem Prozess? Sind wir pro oder contra oder doch wieder „zwischen allen Stühlen“ (Ullrich/Teune 2019)? Was heißt Kritik und allying im Kontext von Design überhaupt, an wen richtet sich diese Kritik? Und wenn wir uns einmischen, welche Kompetenzen steuert die Protest- und Bewegungsforschung bei? Zunächst aber zum Status Quo der digitalen Protestkulturen.

Sozial bewegtes Mediendesign

Protestkulturen manövrieren im digitalen Hindernislauf aus Möglichkeiten, Unebenheiten und Barrieren. Intrinsischer Bestandteil und prägender Faktor dieser Reise ohne erkennbares Ende sind Sicherheitskulturen, die die verschiedenen Protestformen absichern und damit für die Beteiligten ein hinnehmbares Maß an Handlungssicherheit schaffen (Knopp/Ullrich 2019; Ullrich/Knopp 2018). Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass verschiedene Protestspektren selbst aktiv werden und eigene Medientechnologien herstellen, die auf ihre spezifischen Anforderungen materielle Antworten geben (sollen). Neben den technologischen Avantgardebewegungen des hacktivism (Gunkel 2005) besitzen insbesondere größere Protestbewegungen die nötigen Fähigkeiten und die Wirkmacht, Technologien nicht nur zu entwerfen und zu programmieren, sondern sie auch in den eigenen Milieus und darüber hinaus zu verbreiten. Als Erfolgsbeispiel dafür lässt sich die Partizipationsplattform decidim.org verstehen, die zunächst versuchte, die Platzbesetzungen der spanischen 15M-Bewegung und ihre Entscheidungsstrukturen in digitales Material zu übersetzen. Die open-source Plattform sollte die partizipativen Prozesse und die auf horizontale Beteiligungsstrukturen ausgerichteten Regeln der asambleas technisch abbilden und so demokratische Entscheidungsfindung und Organisierung über den lokalen Kontext der Plätze hinaus verstetigen. Mittlerweile umfasst die Plattform verschiedenste Organisierungswerkzeuge und wird offiziell von einigen europäischen Großstädten anerkannt und als digitale Unterstützung der bürgerschaftlichen Partizipation genutzt.

Während die Arbeit sozialer Bewegungen in Design und Herstellung digitaler Technologien zunehmend beforscht wird und der Blick für die Ambivalenzen digitaler Medien wacher wurde (Knopp 2020; Freudenschuß 2015; Grimm et al. 2018), hat die Protest- und  Bewegungsforschung selten den Schritt in das Medien- und Technologiedesign gewagt (Bosk et al. 2018). In unserem Forschungsprojekt „Digitale Infrastrukturen der Partizipation in Wien“ (kurz: DIP) machten wir in den letzten Monaten erste Gehversuche[2] in diese Richtung – mit Menschen, die für die kritische Wiener Wohnungslosenzeitung Augustin arbeiten, bei Fridays for Future aktiv sind bzw. sich beim lokalen Ableger des Chaos Computer Clubs (C3W) engagieren. Das Projekt zielt darauf ab, mit diesen auf je unterschiedliche Weise marginalisierten Gruppen Ansatzpunkte für die Umsetzung eines „digitalen Humanismus“[3] zu suchen und soziale wie technische Designprinzipien zu erarbeiten. Diese Aufgabe stellt notwendigerweise die Frage nach dem normativen Standpunkt der Forscher*innen.

Wo wir stehen: Digitalisierung für den Menschen und Demokratisierung der Gesellschaft

Design ist eine grundlegend normative Praxis, weil es die Zukunft des Lebens, der Arbeit und auch des Protests prägt. Dazu werden gewünschte Zustände imaginiert und Medien dahingehend hergestellt. Design von Medien und Technik hat also umfangreiche Auswirkungen auf die Formen politischen Engagements – oder eben nicht, weil die betreffende Medientechnologie von ihren potenziellen Nutzer*innen schlicht beiseitegelegt und nicht angewandt wird.

Digitale Medien legen bestimmte Gebrauchsweisen in Protestformen nahe, eröffnen neue Wege und erschweren andere. Manches Verhalten wird von den Medien gar unterbunden. Die Handlungsprogramme der Plattformen regeln beispielsweise, wer welche Beiträge anderer zu sehen bekommt, wer sie kontrollieren kann und wer sie verändern oder gar löschen kann. Unsere Untersuchungen zeigten, dass die Regulierung von Sichtbarkeit in der Koordination und Organisierung von Protestpraktiken eine entscheidende Rolle spielt. Sichtbarkeit steht jedoch in einem Spannungsverhältnis mit den Zeitbudgets der Engagierten. Die Medieninfrastrukturen des Chaos Computer Clubs Wien sind etwa auf umfassende Transparenz und breite Sichtbarkeit von Beiträgen der Engagierten füreinander ausgelegt. Die Quantität und Dichte der Kommunikation – insbesondere in Hochphasen des Engagements, in denen in öffentliche Debatten interveniert werden soll – führt aber zum Problem, dass Partizipation einen teils enormen Zeitaufwand und kurzfristige Verfügbarkeit erfordert, um über die Aktivitäten der Gruppierung informiert zu bleiben und daran wirksam teilnehmen zu können. Dies begünstigt das Auftreten von Ungleichheiten und informellen Hierarchien aufgrund der individuell verfügbaren Zeitbudgets, die an bestehende soziale Ungleichheiten anschließen (Verteilung von Care-Arbeit, Arbeitszeiten, staatliche Regulierung des Lebens von Migrant*innen etc.). Bei Fridays for Future Wien besteht eine ähnliche Problematik. Die für die interne Kommunikation genutzte, kommerzielle Work-Flow-Plattform zielt auf unmittelbare Aktivierung der Nutzer*innen in Arbeitsprozessen durch push-Nachrichten. Da Engagement in sozialen Bewegungen aber im Gegensatz zu sog. Normalarbeitsverhältnissen keine fixierten zeitlichen Begrenzungen aufweist, dringt das Engagement vermittelt über Smartphones und andere tragbare devices in andere Lebensbereiche ein. Diese Entgrenzung wird von Engagierten teilweise als invasiv empfunden, befördert Überlastungsprobleme und belastet mithin familiale und freundschaftliche Sozialbeziehungen der Engagierten.

Es ist also nicht belanglos, wie Medientechnologien gemacht sind und wie diese im Verhältnis zu ihrem sozialen Umfeld stehen. Wenn Protestforscher*innen Teil des Designprozesses werden, etwa in der Definition von zu bearbeitenden Problemen, dann stellt sich die Frage, was der normative Bezugspunkt dieser Arbeit ist: Sehen wir uns als neutrale Verlängerungen von Bedürfnissen der Protestierenden jedweder couleur, oder entwickeln wir im Dialog eigene Blickwinkel?

Wir haben uns für die zweite Option entscheiden, weil die erste in sich unmöglich ist, da sie auf einer basalen Ebene die unhintergehbare Subjektivität von Forschenden und Designer*innen negiert,[4] aber auch, weil sich aus der zweiten Position eine Designpraxis (weiter-)entwickeln lässt, die im Sinne einer Demokratisierung von Partizipationsformen operiert. Demokratisierung von digitalen Medien setzt eine Irritation der Routinen der Organisierungs-, Mobilisierungs- und Koordinierungsarbeit voraus, die Ungleichheiten verschärfen oder hervorbringen. Irritation bedeutet dabei, im Designprozess auf die vielgestaltigen Wirkungen bestimmter Medienpraktiken hinzuweisen. Das Design Game, wie wir es in unserer Forschung anwenden, ist eine Möglichkeit der Konfrontation und Sichtbarmachung solcher Routinen und ihrer Wirkungen auf die Partizipation. Dabei bringen wir die unterschiedlichen Gruppen (Wohnungslose, Klima- und Netzaktivist*innen) an einen Tisch und lassen sie gemeinsam spielerische Aufgaben lösen, die dem Alltag der Engagierten nahekommen. Bereits die Zusammensetzung der Teilnehmer*innen und die unterschiedlichen kulturellen Herangehensweisen sollen dabei einerseits eine Reflexion von Routinen bewirken und andererseits gemeinsame Wege mit diesen Problemen umzugehen hervorbringen.

Eine wichtige Inspirationsquelle für diese Grundhaltung der Irritation (vgl. dazu auch Bauman 2001: 294–318) war für uns die politische Philosophie Hannah Arendts. Diese verbindet sich mit einer kritischen Perspektive auf dominante Digitalisierungsprozesse unserer Zeit. In den letzten Jahren wurde die digitale Entwicklung zunehmend von einer Melange aus Überwachung, Datenexpropriation und Profitorientierung vorangetrieben. Mit der forcierten Monopolisierung wichtiger Segmente des Digitalmarktes geht auch eine Erzählung über den Menschen einher, bei der die Lösung sozialer Probleme den eigentlichen Problemen vorangeht. Menschen werden in der Erfolgserzählung der Digitalisierung nicht mehr als legitime Träger*innen von Bedürfnissen gegenüber Sozialwelt und Technik betrachtet, sondern als Trägheitsmomente, die von der Digitalisierung längst überholt wurden und diese nun unbotmäßig ausbremsen. „Die Technik könnte natürlich vielmehr“ ist nicht nur eine vielfach referenzierte Marketingstrategie, um die Leistungsfähigkeit von Digitalware zu bewerben, sondern eine problematische Umkehrung des Verhältnisses von Mensch und Technik, die eine Abkopplung der profitorientierten Technologieentwicklung von historisch-spezifischen Bedürfnissen ermöglicht. Wir dürfen also in den meisten Fällen den ipb-Kollegen Daniel Staemmler und Mark Fielitz zustimmen: Digitale und „soziale Medien sind nicht für Proteste ausgelegt“ (Bovermann 2020).

Wenn nun aber sowohl eine eigenlogische Abkopplung als auch Neutralitätsschimären zu verwerfen sind, dann wird deutlich, dass sich jede Designpraxis über ihre normativen Grundlagen verständigen muss. Welchen Standpunkt kann also ein kritisch-humanistisches Mediendesign einnehmen? Humanismus bzw. die Möglichkeit Mensch-zu-sein ist für Arendt (2016 [1960]) in der „vita activa“ dann gegeben, wenn die Individuen an den Sachen des Gemeinwesens teilnehmen und teilhaben können. Nur in diesem Sinne und nur in den Aushandlungsprozessen mit Anderen entfalten Menschen eine Subjektivität, die es ihnen erlaubt, über ihre Lebensbedingungen, Ziele und Wünsche gemeinsam zu entscheiden. Die Sichtbarkeit der Belange des Anderen ist eine grundlegende Bedingung des politischen Engagements als Freie und Gleiche. Das demokratische Moment des politischen Handelns ist dabei nicht etwa ein fauler Kompromiss, sondern das Recht auf Dissens (Rancière 1999), über das Gemeinsame zu streiten und zu verhandeln. Wenn kritisch-humanistische Designpraxis als Erweiterung der menschlichen Fähigkeiten zur Partizipation an den öffentlichen Belangen beitragen will, muss sie sich damit auch als wirkliche, weil wirkende Teilnehmerin in der sozialen Welt ansehen und damit selbst streitbar sein. Für Designpraktiken heißt das, Teilhabeformen in sozialen Bewegungen nicht als gegeben, sondern als gemacht und damit im Sinne einer Demokratisierung als offen und modellierbar zu erachten. Die (engagierte) Protest- und Bewegungsforschung hat damit die Aufgabe, Marginalisierungen und Barrieren in sozialen Bewegungen und in Designprozessen zu problematisieren und sichtbar zu machen.

Der Platz der Protest- und Bewegungsforschung in Designprozessen

Wie deutlich wurde, plädieren wir für eine Teilnahme der Protest- und Bewegungsforschung an Designprozessen mit einer eigenständigen normativen Positionierung, die den Raum der Teilhabe erweitern will und sich damit weder den Interessen politischer Akteur*innen unterwirft, noch eine Abkopplung von der Praxis der sozialen Bewegungen vollzieht. Damit wird die Frage nach der Rolle einer sozialwissenschaftlichen Protest- und Bewegungsforschung in diesem Kontext berührt – welchen Platz nimmt sie ein? Wer nicht auf den weiter oben angesprochenen Stühlen Platz nehmen will, hat keine einfache Wahl. Denn kritisch-humanistisches Design kann weder bestehende Teilhabeformen lediglich technisch abbilden, noch aus einer abgekoppelten Position heraus digitale Fiktionen bauen. Es ginge in diesem Sinne darum, eine spanungsgeladene und spannende (!) Vermittlungsposition einzunehmen. Dieses Spannungsverhältnis kann zunächst durch wechselseitige und im Design materialisierte Irritation produktiv gemacht werden. Eine strategische Fragerichtung könnte sein: Welche Forderungen an die digitale Medienpraxis stellt die Demokratisierungsperspektive und auf welche praktischen Hindernisse stößt sie dabei? Dies dient letztlich der Entwicklung von den Bewegungsakteur*innen selbst kommenden Anstöße zu möglicherweise digital vermittelten demokratisierenden Partizipationsformen.

Gleichermaßen hat die Bewegungsforschung komplexe Theorie- und Verallgemeinerungsstrategien zu bieten, die es ihr auch in Designprozessen erlauben, Partizipationsformen auf Demokratisierungspotentiale und -grenzen hin zu befragen. Ihre methodisch geleiteten Reflexionsprozesse erlauben dabei auch einen Zugang zu Erfordernissen, die Aktivist*innen nicht notwendig jederzeit bewusst sein müssen. In unserer Forschung begegnete uns etwa an mehreren Stellen, dass die expliziten Teilnahmebedingungen der untersuchten Bewegungsorganisationen als intrinsisches „Interesse“ definiert wurden, während sich in weiteren Ausführungen aber weitere und teils sehr hohe Anforderungen auftun, um kompetent teilzunehmen. Dies umfasst unter anderem – wie oben angedeutet – die zeitliche Verfügbarkeit (Synchronisierung mit Themen und Entscheidungen entgrenzen sich), Gebrauchswissen im Umgang mit digitalen Plattformen und Sicherheitstools (etwa zur Nutzung sicherer clients) oder auch den Mut, sich politischen Gegner*innen mehr oder minder identifizierbar gegenüberzustellen (und damit etwas zu riskieren). Auf all diese impliziten Anforderungen, d.h. die Bandbreite oftmals stillschweigend artikulierter Anforderungen der Partizipation kann die Bewegungsforschung hinweisen und ihre gruppenspezifischen Ausprägungen (für den C3W gelten z.B. andere Anforderungen an die zeitliche Verfügbarkeit als für den Augustin etc.) herausarbeiten.

Ferner liegt eine Kompetenz der Bewegungsforschung darin, die Spannungsverhältnisse zwischen politischen Möglichkeitsfenstern, verschieden gelagerten und mit sozialen Ungleichheiten verbundenen Alltagsbeziehungen und -problemen, und den Organisierungsprozessen, die das Engagement bestimmter Protestgruppen durchziehen, zu abstrahieren und mit anderen Bewegungen vergleichbar zu machen. Dabei kann sie die partikularen Problemstellungen miteinander in Bezug setzen und entsprechend technologische Bearbeitungsversuche informieren, die über singuläre Lösungen hinausgehen. Denn geteilte digitale Medien können als Infrastrukturen des Gemeinsamen auch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Gruppen erleichtern und befördern. Nicht zuletzt ist hier aber auch das Selbstbewusstsein der Sozialwissenschaften gefragt, das darin besteht, klar und deutlich herauszustellen, dass Medien- und bloße Technik soziale Probleme nicht zu lösen vermag, sondern vorrangig dazu dienen kann, diese Probleme sie zu überbrücken. Sie muss also weiterhin insistieren, dass soziale Probleme als Anliegen dem Gemeinwesen sichtbar gemacht werden müssen. Und so gerät die Protest- und Bewegungsforschung ein letztes Mal zwischen die Stühle, wenn sie bewusst darauf beharrt, dass soziale Probleme sozialer Lösungen bedürfen und keiner technological shortcuts. Eine so verstandene kritische Designpraxis kann dann die Impulse gelebter Beteiligungspraxis in sozialen Bewegungen aufnehmen und die Verbreitung demokratiefördernder Medien befördern.

 

Philipp Knopp, Dipl.-Soz., ist Mitglied des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) und arbeitet als Universitätsassistent am Institut für Soziologie der Universität Wien. Er forscht zu Überwachung und digitalen Medien in sozialen Bewegungen, zur Polizei und zu den Interaktionen zwischen Protest und Polizei. Kontakt: philipp.knopp@univie.ac.at.

Peter Fikar, DI, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Digitale Infrastrukturen der Partizipation“ am Institut für Soziologie der Universität Wien und Doktorand an der Fakultät Informatik der Technischen Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Human-Computer Interaction, User Centered Design, Interaction Design und Tangible User Interfaces. Kontakt: peter.fikar@univie.ac.at

Tereza Maletz, BA, ist Masterandin und Projektmitarbeiterin im Projekt „Digitale Infrastrukturen der Partizipation“ am Institut für Soziologie der Universität Wien. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich sozialer Ungleichheitsforschung und der Kultursoziologie. Kontakt: tereza.maletz@univie.ac.at

Tilo Grenz, Dr. phil., ist Universitätsassistent am Institut für Soziologie der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte liegen bei der wissenssoziologischen Mediatisierungsforschung und Organisationssoziologie, Soziologie der Digitalisierung, Cybersecurity und digitale Risiken, Kommunikativen Wissenskulturen und prozessorientierten Forschungsmethoden. Kontakt: tilo.grenz@univie.ac.at

[1] Vgl. für eine ähnlich gelagerte Fragestellung Zajak (2018) in dieser Rubrik.

[2] Ziel des Forschungsprojekts ist es zunächst gemeinsam mit Mediendesigner*innen die Anforderungen und spezifischen Problemstellungen unterschiedlicher Engagementformen und Akteur*innen im Gebrauch digitaler Medien herauszuarbeiten. Auf dieser Basis können im Weiteren die konkrete materielle Gestaltung digitaler Medien bzw. die Programmierung von Software aufbauen. Die Studie umfasst teilnehmende Beobachtungen zu feldzentralen sites und practices (z.B. Hackerspaces, Team-Meetings und Redaktionssitzungen), Feld-Interviews und Gruppendiskussion mit den drei Gruppen. In einem letzten Schritt fließen die Erkenntnisse aus diesen Forschungsphasen in ein Design Game ein, mit dem bestimmte Kommunikations- und Organisierungsprozesse mit Engagierten erprobt werden. Design wird damit in alltagsweltlichen Prozessen der aktiven Aneignung verankert (Moran 2002).

[3] Das Label soll die Digitalisierungsstrategie der Stadt Wien prägen und geht auf eine Initiative von Informatiker*innen und Designer*innen zurück, vgl. Werthner et al. 2019.

[4] Wir beziehen uns hier u.a. auf intensiv geführte Debatten zur Reflexivität der Feldforschung, insofern ebendiese Form der empirischen Forschung erst durch das Im-Feld-Sein, die Erwägungen und interpretativen Schritte der Verschriftlichung ermöglicht wird.

Literatur

Arendt, Hannah 2016 [1960]: Vita activa oder vom tätigen Leben. Piper.

Bauman, Zygmunt 2001: Vom Nutzen der Soziologie. Suhrkamp.

Bovermann, Philipp 2020: Soziale Medien sind nicht für Proteste ausgelegt. 17. August 2020, www.sueddeutsche.de

Bosk, Daniel, Guillermo Rodriguez-Cano/Benjamin Greschbach/Sonja Buchegger 2018: Applying Privacy-enhancing Technologies. One Alternative Future for Protests. In: Melgaço, Lucas/Monaghan, Jeffrey (Hg.): Protests in the Information Age. Social Movements, Digital Practices and Surveillance. Routledge, 73–94.

Freudenschuß, Magdalena 2015: Paradoxe Dynamik. Aktivismus zwischen Anonymität und Sichtbarkeit. In: Forschungsjournal Soziale Bewegungen 28(3), 55–62.

Freudenschuß, Magdalena 2017: Infrastrukturen der Un/Sichtbarkeit navigieren? Zur aktivistischen Bearbeitung von Verletzbarkeiten. In: Thomas, Tanja/Brink, Lina/Grittmann, Elke/de Wolff, Kaya (Hg.): Anerkennung und Sichtbarkeit. transcript, 185–199.

Grimm, Maren/Leistert, Oliver/Keil, Siri 2018: Die Formatfrage stellen. Das alternative Medienzentrum FC/MC zum G20-Gipfel (im Gespräch mit Ulrike Bergermann). In: Zeitschrift für Medienwissenschaft 10(1), 111-129.

Gunkel, David J. 2005: Editorial. Introduction to Hacking and Hacktivism. In: New Media & Society 7(5), 595–97.

Kannengießer, Sigrid 2014: Translokale Ermächtigungskommunikation. Medien, Globalisierung, Frauenorganisationen. VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Knopp, Philipp 2020, im Erscheinen: Zwischen Ermächtigung und Überwachung. In: Protestkulturen in mediatisierten Öffentlichkeiten.

Knopp, Philipp/Ullrich, Peter 2019: Abschreckung im Konjunktiv. Macht- und Subjektivierungseffekte von Videoüberwachung auf Demonstrationen. In: Berliner Journal für Soziologie 29(1-2), 61–92.

Moran, Thomas 2002: Everyday Adaptive Design. In: Association for Computing Machinery (Hg.): Proceedings of the 4th Conference on Designing Interactive Systems. Processes, Practices, Methods, and Techniques, 13–14.

Oser, Jennifer/Boulianne, Shelley 2020: Reinforcement Effects between Digital Media Use and Political Participation. A Meta-Analysis of Repeated-Wave Panel Data. In: Public Opinion Quarterly 84(1), 355–365.

Rancière, Jacques 1999: Disagreement. Politics and Philosophy. Minneapolis: University of Minnesota Press.

Schön, Donald A. 1984: The Reflective Practitioner: How Professionals Think in Action. Basic books.

Ullrich, Peter/Knopp, Philipp 2018: Protesters’ Reactions to Video Surveillance of Demonstrations: Counter-Moves, Security Cultures, and the Spiral of Surveillance and Counter-Surveillance. In: Surveillance & Society 16(2), 183–202.

Ullrich, Peter/Teune, Simon 2019: Protestforschung zwischen allen Stühlen. Forschungsjournal Soziale Bewegungen 32(1), 29–40.

Werthner, Hannes et al. 2019: Wiener Manifest für digitalen Humanismus. dighum.ec.tuwien.ac.at

Zajak, Sabrina 2018: Engagiert, politisch, präfigurativ. Das Selbstexperiment als transformative Bewegungsforschung. In: Forschungsjournal Soziale Bewegungen 31(4), 98–105.

 

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Bitcoin Era - wohin führen uns Kryptowährungen?

bewegung.taz.de - 27.12.2020
04.01.2021, 09:00 Uhr - 04.01.2021, 11:00 Uhr

Der Bitcoin ist auf dem Höhenflug. Physische Währungen sind fast nur noch virtuell vorhanden und das Bargeld steht vor dem Aus? Gelingt ein realistischer Ausblick auf das, was uns erwartet?

Das Webinar zur Bitcoin Era gibt Aufschluss und einen aktuellen Stand. Die Anmeldung erfolgt über das Kontaktformular und ist wie immer selbstverständlich kostenfrei.

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Zum Frauentag 2021: Corona: Chance oder Rückschlag für die Gleichberechtigung?

bewegung.taz.de - 18.12.2020
08.03.2021, 18:00 Uhr - 08.03.2021, 19:30 Uhr

Sabine Hübgen (WZB) stellt die Studie „Corona-Alltag“ zu Geschlechterungleichheiten im Arbeits- und Familienleben mit COVID-19 vor.

Unser Alltag hat sich durch COVID-19 gravierend verändert. Wie schlägt sich das auf Arbeits - situationen und Einkommen nieder? Welche Entwicklungen lösen Ängste aus? Sorgen sich Frauen anders als Männer? Trifft die Pandemie sie auf ungleiche Weise, weil sie in verschie - denen Berufen arbeiten, in unterschiedlichem Maß zum Familieneinkommen, zur Care- oder Hausarbeit beitragen?

Die Soziologin Sabine Hübgen stellt Ergebnisse gder Studie „Corona-Alltag“ vor, die auf eine dreiteilige Erhebung der Forschungsgruppe „Arbeit und Fürsorge“ vom Wissenschaftszent - rum Berlin für Sozialforschung (WZB) zurückgehen. Rund 4.400 Personen haben zu allen drei Befragungszeitpunkten teilgenommen. Es wurde gefragt, wie sie die verschiedenen Phasen des Shutdowns und der sukzessiven Lockerungen erlebt haben und welche Auswirkungen diese auf ihr Berufs- und Familienleben hatten. Ob die Pandemie wie ein Brennglas bestehen - de Geschlechterungleichheiten eher verschärft oder aufgrund des Anpassungsdrucks auch Chancen für mehr Egalität birgt – darüber wollen wir anlässlich des Internationalen Frauen - tags mit Ihnen diskutieren.

Referentin: DR. SABINE HÜBGEN ist Soziologin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Zurzeit arbeitet sie in dem Projekt „Die Auswirkungen von COVID-19 auf die wirt - schaftliche und soziale Situation von Frauen in Berlin“. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Familie sowie Armut und soziale Ungleichheiten.

Diese Veranstaltung findet digital statt. Anmeldung unter info@humanistische-akademie-bb.de 

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Corona und linke Kritik(un)fähigkeit, Teil 3

bewegung.taz.de - 18.12.2020
21.12.2020, 19:00 Uhr - 21.12.2020, 22:00 Uhr



In der 3. Folge möchten wir über einige Wechselwirkungen zwischen der Corona-Krise und ökonomischen Prozessen sprechen. Die ohnehin schon fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche erfährt einen ungeheuren Schub. Welche Folgen hat die Durchsetzung des digitalen Kapitalismus im globalen Maßstab? Was hat es auf sich mit dem "Great Reset" - dem Thema des nächsten Weltwirtschaftsforum / World Economic Forum (WEF) 2021 - der von dessen Gründer Klaus Schwab propagiert wird? Elisabeth Voß wirft einen kritischen Blick auf die (vermeintliche) Wiedergutwerdung des Kapitalismus.

Während beim Weltwirtschaftsforum in Davos die Teilnehmenden fünfstellige Euro-Beträge allein für den Eintritt, und horrende Hotelgebühren zahlen, schreitet die soziale Ungleichheit weltweit fort. Vor allem Frauen sind von Armut betroffen. Anne Seeck stellt Studienergebnisse vor und berichtet dabei auch über Altersarmut von Frauen hierzulande.

Bereits Ende der 1990er Jahre wurde das WEF kritisiert als Stell-Dich-ein von Politiker*innen, Konzernvertreter*innen und Militärs aus aller Welt, mit esoterischem Einschlag, in den Schweizer Bergen. Peter Nowak und Gerhard Hanloser nehmen Bezug auf das WEF und die Proteste dagegen, die vor allem im Zeitraum zwischen 2000 und 2005 im Zuge der globalisierungskritischen Bewegung eine neue Dynamik angenommen hatten. Dort wurde auch Schwabs Rolle in der kapitalistischen Architektur analysiert. Diese Kritik unterscheidet sich ausdrücklich von verschwörungstheoretischem Raunen über die Macht kleiner Eliten, die angeblich von den Schweizer Bergen aus die Welt regieren. Es soll auch darum gehen, wie weit wir uns auf dieses linke Wissen, das in der Bewegung gegen das WEF gesammelt wurde, heute beziehen können.

Wir treffen uns am 21.12.2020 um 19:00h hier:
<https://vk1.minuskel.de/b/ste-zwy-d92-c73>

Alternativ könnt Ihr auch per Telefon dazu kommen:
+49-30-80949510
Dann bitte nach Aufforderung die PIN 24811 eingeben.

Infos zu den Themen der ersten beiden Veranstaltungen sowie zu den Referierenden, und jeweils unperfekte Videoaufzeichnungen findet Ihr hier:
07.12.2020: https://vimeo.com/488541572
14.12.2020: https://vimeo.com/491253336

 
 

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Corona und linke Kritik(un)fähigkeit, Teil 3

bewegung.taz.de - 18.12.2020
21.12.2020, 19:00 Uhr - 21.12.2020, 22:00 Uhr

Die beiden bisherigen Onlineveranstaltungen fanden großes Interesse (mehr dazu siehe unten).

In der 3. Folge möchten wir über einige Wechselwirkungen zwischen der Corona-Krise und ökonomischen Prozessen sprechen. Die ohnehin schon fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche erfährt einen ungeheuren Schub. Welche Folgen hat die Durchsetzung des digitalen Kapitalismus im globalen Maßstab? Was hat es auf sich mit dem "Great Reset" - dem Thema des nächsten Weltwirtschaftsforum / World Economic Forum (WEF) 2021 - der von dessen Gründer Klaus Schwab propagiert wird? Elisabeth Voß wirft einen kritischen Blick auf die (vermeintliche) Wiedergutwerdung des Kapitalismus.

Während beim Weltwirtschaftsforum in Davos die Teilnehmenden fünfstellige Euro-Beträge allein für den Eintritt, und horrende Hotelgebühren zahlen, schreitet die soziale Ungleichheit weltweit fort. Vor allem Frauen sind von Armut betroffen. Anne Seeck stellt Studienergebnisse vor und berichtet dabei auch über Altersarmut von Frauen hierzulande.

Bereits Ende der 1990er Jahre wurde das WEF kritisiert als Stell-Dich-ein von Politiker*innen, Konzernvertreter*innen und Militärs aus aller Welt, mit esoterischem Einschlag, in den Schweizer Bergen. Peter Nowak und Gerhard Hanloser nehmen Bezug auf das WEF und die Proteste dagegen, die vor allem im Zeitraum zwischen 2000 und 2005 im Zuge der globalisierungskritischen Bewegung eine neue Dynamik angenommen hatten. Dort wurde auch Schwabs Rolle in der kapitalistischen Architektur analysiert. Diese Kritik unterscheidet sich ausdrücklich von verschwörungstheoretischem Raunen über die Macht kleiner Eliten, die angeblich von den Schweizer Bergen aus die Welt regieren. Es soll auch darum gehen, wie weit wir uns auf dieses linke Wissen, das in der Bewegung gegen das WEF gesammelt wurde, heute beziehen können.

Wir treffen uns am 21.12.2020 um 19:00h hier:
<https://vk1.minuskel.de/b/ste-zwy-d92-c73>

Alternativ könnt Ihr auch per Telefon dazu kommen:
+49-30-80949510
Dann bitte nach Aufforderung die PIN 24811 eingeben.

Infos zu den Themen der ersten beiden Veranstaltungen sowie zu den Referierenden, und jeweils unperfekte Videoaufzeichnungen findet Ihr hier:
07.12.2020: https://vimeo.com/488541572
14.12.2020: https://vimeo.com/491253336

 
 

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Kampf für Menschenrechte: Der gewaltfreie Protest in Belarus

bewegung.taz.de - 16.12.2020
17.12.2020, 16:00 Uhr - 17.12.2020, 18:00 Uhr

Vortrag und Diskussion mit Olga Karatch (Bürgerrechtsnetzwerk Nash Dom, Minsk) und Dr. Ute Finckh-Krämer (Bund für Soziale Verteidigung, Berlin), Dr. Jan-Philipp Wölbern (Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin), Jørgen Johansen (Herausgeber der Resistance Studies, Sparsnäs/Schweden)

 Eine Online-Veranstaltung von Bund für Soziale Verteidigung e.V., gewaltfrei handeln e.V., Sozialer Friedensdienst Bremen e.V. und der Stiftung die schwelle.

Wir bitten um Anmeldung an info@sfd-bremen.de – angemeldete Teilnehmer*innen bekommen den Zoom-Einladungslink zugeschickt.

https://soziale-verteidigung.de/node/473

 

For further information on : Belarus Presidental Election & Protests 2020 - Upcoming EVENTS

https://www.betterworld.info/politics/europe-non-eu/belarus/belarus-presidential-election-protests-2020/upcoming-events

 

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»Aujust, ick liebe Dir!«

bewegung.taz.de - 14.12.2020
04.03.2021, 01:00 Uhr - 05.03.2021, 23:30 Uhr

An den von der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisierten (digitalen) Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag Rosa Luxemburgs beteiligen wir uns mit einem Videobeitrag zum Verhältnis von Rosa Luxemburg und August Bebel. An Wirkungsstätten, Wohn- und Gedenkorten befragen wir Expert*innen: Wie sah die persönliche Beziehung zwischen Rosa und August aus, wie ihre politische? Und nicht zu vergessen: Was sagen uns ihre Ideen heute?

Mit: Expert*innen der Geschichte

Ort: YouTube-Kanal des August Bebel Instituts und der Rosa-Luxemburg-Stiftung

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Vernissage »Der Dirigent der Weltstadt – Martin Wagner und das Neue Berlin«

bewegung.taz.de - 14.12.2020
26.02.2021, 18:00 Uhr - 26.02.2021, 20:00 Uhr

Nach ihrer ersten Station im Roten Rathaus wird unsere Ausstel-lung über Martin Wagner nun in der Galerie des August Bebel Instituts gezeigt. Als Intro stellen wir die Ausstellung online vor und diskutieren über die Aktualität Wagners. Welche seiner Ideen können auch heute noch Vorbild sein? Welche seiner Ansätze sind dagegen überholt?

Mit: Henning Holsten (Historiker, Kurator der Ausstellung), Renate Amann (Architektin, Fachberaterin der Ausstellung), Joachim Günther (Vorsitzender des Kulturforums Stadt Berlin der Sozialdemokratie e.V.)

Anmeldung erforderlich [U50] unter anmeldung@august-bebel-institut.de.

Hinweis zu den Online-Veranstaltungen:
Für die Teilnahme an den Online-Veranstaltungen schicken wir Ihnen nach Anmeldung Informationen zu Zugang und Ablauf und werden ggfs. entstehende Rückfragen gerne beantworten. Für Kurzentschlossene stehen die Veranstaltungen teilweise auch in einem Livestream zur Verfügung. Zu einzelnen Veranstaltungen werden wir zudem Dokumentationen im Nachhinein zugänglich machen.

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Conectado: Virtuelle Stadtführung zu Spuren Lateinamerikas in Berlin

bewegung.taz.de - 12.12.2020
21.12.2020, 18:00 Uhr - 21.12.2020, 19:30 Uhr

Warum hatten deutsche Kaufleute im 16. Jahrhundert eine Kolonie im heutigen Venezuela? Wieso sind im 19. Jahrhundert so viele Deutsche nach Chile ausgewandert und was hat das mit der Vertreibung der indigenen Mapuche von ihrem traditionellen Land zu tun? Welche Rolle spielen Unternehmen in Lateinamerika, deren Produkte wir in der Mitte Berlins überall kaufen können? Werden staatliche Akteure ihrer menschenrechtlichen Verantwortung gerecht?

Es gibt viele historische und aktuelle Verbindungen zwischen Deutschland und Lateinamerika, die sich an vielen Ecken in Berlin widerspiegeln.
Während der virtuellen Stadtführung werden wir einige Stationen besuchen, die Teil einer „echten“ Stadtführung sind. Wir werden dabei audio-visuelle Elemente einbinden, die wiederum Teil des dazugehörigen Audiowalks sind.

Anmeldung und Information: steffi.wassermann@fdcl.org

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Corona und linke Kritik(un)fähigkeit (Fortsetzung)

bewegung.taz.de - 11.12.2020
14.12.2020, 17:30 Uhr - 14.12.2020, 19:00 Uhr

Die erste Onlineveranstaltung zum Thema fand unerwartet großes Interesse. Der Jitsi-Konferenzraum verschloss sich bei 100 Teilnehmenden automatisch, und war dann so überlastet, dass Anne Seeck leider aus technischen Gründen nicht zu Wort kam war. Auch alle anderen hatten unter teils erheblichen Einschränkungen zu leiden.

Diesmal treffen wir uns auf einer BigBlueButton-Plattform, um die begonnene Diskussion fortzusetzen. Wir hoffen, dass es dort besser funktioniert.

Nach einem kurzen Rückblick auf die erste Veranstaltung geht es diesmal um die sozialen und psycho-soziale Auswirkungen der Krise insgesamt, um Angst im Kapitalismus und in der Corona-Krise. Auch eigene Verunsicherungen und Orientierungslosigkeit sollen nicht ausgespart werden.

Tagtäglich zeigt sich, wie im Zuge der Corona-Pandemie die autoritäre Staatlichkeit voranschreitet. Demonstrationen werden verboten und die Überwachung nimmt zu. Von großen Teilen der Linken, die gerade nach der Aufdeckung des NSU wieder verstärkt die Auflösung des Verfassungsschutzes forderten, kommt wenig Kritik. Vergessen scheint die Erfahrung, dass Repressionsorgane in erster Linie gegen Staats- und Kapitalismuskritiker*innen vorgehen.

Oft hört mensch von linker Seite: Verschwörungstheorien seien strukturell antisemitisch und den Kapitalismus als "abstraktes Verhältnis" dürfe mensch nicht personalisieren. Was ist davon zu halten? Lässt sich Kritik an machtvollen Akteuren formulieren, ohne sie zu benennen, oder ist es nicht sogar notwendig, Namen und Fakten konkret zu machen? Was hat sich da eingeschlichen an Umgangsweisen, Be- und Verurteilungen, wenn sich unversöhnliche Kritik eher an Protestierende richtet als gegen "die da oben"?

Den ersten Teil der Veranstaltung vom 07.12. mit den Inputs von Gerhard, Peter und Elisabeth haben wir aufgezeichnet und - trotz aller technischen Unzulänglichkeiten - veröffentlicht. Das Video dokumentiert - neben den Inhalten - auch die technischen Probleme, die bei großen Versammlungen im digitalen Raum vorkommen können. Es ist insofern auch ein Zeitdokument, nicht perfekt, aber aussagekräftig - und streckenweise einfach sehr lustig. Und Lachen ist bekanntlich gesund!

Infos zu den Referierenden und die Aufzeichnung vom 07.12. findet Ihr hier:
https://vimeo.com/488541572

Am 14.12.2020 treffen wir uns um 17:30h hier:
https://vk1.minuskel.de/b/ste-zwy-d92-c73

Wir freuen uns auf Euch!
 

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Fileboom Premium Webinar

bewegung.taz.de - 09.12.2020
14.12.2020, 09:30 Uhr - 14.12.2020, 12:30 Uhr

Wir geben Einblicke in Datenschutz und Datensicherung sowie das 1x1 der Dateiverwaltung. Zielgruppe sind sowohl KMU als auch Privatpersonen. Wir führen am Bildschirm anhand des Beispiels von Fileboom durch das Programm. Auf der Seite von Fileboom Premium kann man sich anmelden.

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