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Updated: 1 hour 31 min ago

Solidarität mit den Sozialen Bewegungen in Brasilien

03.12.2018
07.12.2018, 12:00 Uhr - 07.12.2018

In Brasilien wurde am 28.10. ein bekennender Neofaschist zum Präsidenten gewählt. Jair Bolsonaro hat durch eine Kampagne gewonnen, auf die ein Trump neidisch sein könnte: Massenweise Lügen, Herabwürdigungen, Drohungen und Hetze gegen alle sowieso schon benachteiligten Randgruppen und Andersdenkende: Frauen, Schwarze, Indigene und LGBTIs; Soziale Bewegungen sind für ihn nur “verabscheuungswürdige Kommunisten”.
Wohin das führen kann wird bereits bei vergangenen Äußerungen Bolsonaros sichtbar, in denen er die brasilianische Militärdiktatur von 1964 bis 1985 verteidigt, während der er selbst auf Seiten des Militärs aktiv war. So meint Bolsonaro, dass es der einzige Fehler der brasilianischen Militärdiktatur war, nicht genug Oppositionelle umgebracht, sondern nur gefoltert zu haben.1 Diesen Standpunkt vertritt Bolosonaro nach wie vor offensiv.

Lynchmorde durch neurechte Bürgerwehren und unrechtmäßige Tötungen durch Polizist*innen haben jetzt schon zugenommen, da Bolsonaro für diese Taten Straffreiheit versprochen hat. Es wird sich zeigen, ob er seine Wahlversprechen – oder besser Wahldrohungen – umsetzt und inwieweit ihn sogenannte demokratische Institutionen davon abhalten können und werden, staatlich gesteuerte Blutbäder anzurichten. Die brasilianischen Institutionen werden ihm höchstwahrscheinlich nicht viele Steine in den Weg legen, wie es in den USA mitunter geschieht. 
Sein Verständnis von Demokratie hat er spätestens in den ersten Wochen nach seiner Wahl bewiesen, indem er als eine seiner ersten Amtshandlung ein Gesetz auf den Weg bringen will, das soziale Proteste wie Landbesetzungen mit Terrorismus gleichsetzt und mit 30 Jahren Gefängnis bestraft.

Jair Bolsonaro hat durch das Versprechen einer extrem antisozialen und neoliberalen Wirtschaftspolitik die Gunst der Märkte erworben: Nicht zuletzt die Deutsche Bank hat ihn unterstützt – was angesichts ihrer historischen Verbundenheit mit vielen Regimen und Diktaturen wenig überraschend ist. Ihr Chef-Anlagestratege bezeichnete Bolsonaro auf Twitter als “Wunschkandidat der Märkte”2. Die Deutsche Bank versuchte zwar mit halbherzigen Aussagen den Aufschrei über die öffentliche Unterstützung Bolsonaros zu entschärfen, aber das Unvermögen der Märkte, Menschenrechte in die Einschätzung von Wohlstands- und Wirtschaftsentwicklungen einzubeziehen, wurde spätestens wieder bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses klar: Die Börsenkurse gingen steil nach oben, insbesondere die der Holz-, Soja- und Bergbauindustrie – also derjenigen, die am tiefsten in die Tötung von Indigenen und Umwelt-Aktivist*innen verwickelt sind3.

Bolsonaro ist nicht alleine: Rechte und rechtsradikale Präsidenten der Welt (USA, Chile, Ungarn, Israel, …) haben ihm sofort gratuliert. Auch müssen wir uns überlegen, wie es dazu kommen konnte, dass 55 % der brasilianischen Bevölkerung ihn gewählt haben 4. Seine sehr starke Unterstützung durch die evangelikalen Kirchen, seine vorgespielte Anti-Politik in Form eines knallharten Populismus und der massiven Verwendung von Sozialen Medien haben zu seinem Erfolg beigetragen. Die Korruptionsskandale der Lula-Linken, die es während all der Jahre an der Macht nicht geschafft hat, Grundsätzliches zu verändern und soziale Bewegungen sogar massiv kriminalisiert hat, sowie die Einmischung durch Regierungen und Firmen, die hoffen, dadurch an die Ressourcen Brasiliens zu kommen, haben ihr übriges getan.

Im Rahmen eines Aktionstags am 07.12.2018 rufen wir dazu auf Kundgebungen vor brasilianischen Konsulaten und Botschaften, sowie Filialen der Deutschen Bank und anderen in diese faschistische Agenda verwickelten Kompliz*innen abzuhalten und aktiv zu werden. Wir wollen damit ein Zeichen gegen Neofaschismus setzen. Unsere Solidarität gilt der brasilianischen Zivilgesellschaft, der jetzt noch schwerere Jahre bevorstehen! Wer durch diese Umstände bald aus Brasilien fliehen muss, soll sich nach eigenem Wunsch überall hinbegeben können, ohne durch irgendwelche imaginierten nationalen Grenzen, Gesetze oder nicht anerkannten Status davon abgehalten oder diskriminiert zu werden.

Wichtig für uns als Anarchist*innen ist im besonderen auch, dass unsere eigenen Gefährt*innen ebenso in konkreter Lebensgefahr schweben, sollte die Diktatur nicht abgewendet werden können. In Brasilien gibt es eine umtriebige stark ausdifferenzierte anarchistische Bewegung, welche sich nun in vorderster Front im Kampf gegen die aufkommende faschistische Diktatur befindet. Lasst uns unsere Gefährt*innen nicht vergessen, üben wir grenzenlose Solidarität, zeigen wir ihnen, dass sie nicht alleine sind!

Ele não!*

Alle zusammen gegen den Faschismus! Nieder mit der aufkommenden faschistischen Diktatur in Brasilien!

jovempanfm.uol.com.br
2 twitter.com/DeutscheBankAG/status/10481…
https://latina-press.com/
https://latina-press.com/
*brasilianisch/portugisisch für “Er nicht!”, Parole gegen Bolsonaro.

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Solidarität mit den Sozialen Bewegungen in Brasilien

03.12.2018
07.12.2018, 12:00 Uhr - 07.12.2018

In Brasilien wurde am 28.10. ein bekennender Neofaschist zum Präsidenten gewählt. Jair Bolsonaro hat durch eine Kampagne gewonnen, auf die ein Trump neidisch sein könnte: Massenweise Lügen, Herabwürdigungen, Drohungen und Hetze gegen alle sowieso schon benachteiligten Randgruppen und Andersdenkende: Frauen, Schwarze, Indigene und LGBTIs; Soziale Bewegungen sind für ihn nur “verabscheuungswürdige Kommunisten”.
Wohin das führen kann wird bereits bei vergangenen Äußerungen Bolsonaros sichtbar, in denen er die brasilianische Militärdiktatur von 1964 bis 1985 verteidigt, während der er selbst auf Seiten des Militärs aktiv war. So meint Bolsonaro, dass es der einzige Fehler der brasilianischen Militärdiktatur war, nicht genug Oppositionelle umgebracht, sondern nur gefoltert zu haben.1 Diesen Standpunkt vertritt Bolosonaro nach wie vor offensiv.

Lynchmorde durch neurechte Bürgerwehren und unrechtmäßige Tötungen durch Polizist*innen haben jetzt schon zugenommen, da Bolsonaro für diese Taten Straffreiheit versprochen hat. Es wird sich zeigen, ob er seine Wahlversprechen – oder besser Wahldrohungen – umsetzt und inwieweit ihn sogenannte demokratische Institutionen davon abhalten können und werden, staatlich gesteuerte Blutbäder anzurichten. Die brasilianischen Institutionen werden ihm höchstwahrscheinlich nicht viele Steine in den Weg legen, wie es in den USA mitunter geschieht. 
Sein Verständnis von Demokratie hat er spätestens in den ersten Wochen nach seiner Wahl bewiesen, indem er als eine seiner ersten Amtshandlung ein Gesetz auf den Weg bringen will, das soziale Proteste wie Landbesetzungen mit Terrorismus gleichsetzt und mit 30 Jahren Gefängnis bestraft.

Jair Bolsonaro hat durch das Versprechen einer extrem antisozialen und neoliberalen Wirtschaftspolitik die Gunst der Märkte erworben: Nicht zuletzt die Deutsche Bank hat ihn unterstützt – was angesichts ihrer historischen Verbundenheit mit vielen Regimen und Diktaturen wenig überraschend ist. Ihr Chef-Anlagestratege bezeichnete Bolsonaro auf Twitter als “Wunschkandidat der Märkte”2. Die Deutsche Bank versuchte zwar mit halbherzigen Aussagen den Aufschrei über die öffentliche Unterstützung Bolsonaros zu entschärfen, aber das Unvermögen der Märkte, Menschenrechte in die Einschätzung von Wohlstands- und Wirtschaftsentwicklungen einzubeziehen, wurde spätestens wieder bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses klar: Die Börsenkurse gingen steil nach oben, insbesondere die der Holz-, Soja- und Bergbauindustrie – also derjenigen, die am tiefsten in die Tötung von Indigenen und Umwelt-Aktivist*innen verwickelt sind3.

Bolsonaro ist nicht alleine: Rechte und rechtsradikale Präsidenten der Welt (USA, Chile, Ungarn, Israel, …) haben ihm sofort gratuliert. Auch müssen wir uns überlegen, wie es dazu kommen konnte, dass 55 % der brasilianischen Bevölkerung ihn gewählt haben 4. Seine sehr starke Unterstützung durch die evangelikalen Kirchen, seine vorgespielte Anti-Politik in Form eines knallharten Populismus und der massiven Verwendung von Sozialen Medien haben zu seinem Erfolg beigetragen. Die Korruptionsskandale der Lula-Linken, die es während all der Jahre an der Macht nicht geschafft hat, Grundsätzliches zu verändern und soziale Bewegungen sogar massiv kriminalisiert hat, sowie die Einmischung durch Regierungen und Firmen, die hoffen, dadurch an die Ressourcen Brasiliens zu kommen, haben ihr übriges getan.

Im Rahmen eines Aktionstags am 07.12.2018 rufen wir dazu auf Kundgebungen vor brasilianischen Konsulaten und Botschaften, sowie Filialen der Deutschen Bank und anderen in diese faschistische Agenda verwickelten Kompliz*innen abzuhalten und aktiv zu werden. Wir wollen damit ein Zeichen gegen Neofaschismus setzen. Unsere Solidarität gilt der brasilianischen Zivilgesellschaft, der jetzt noch schwerere Jahre bevorstehen! Wer durch diese Umstände bald aus Brasilien fliehen muss, soll sich nach eigenem Wunsch überall hinbegeben können, ohne durch irgendwelche imaginierten nationalen Grenzen, Gesetze oder nicht anerkannten Status davon abgehalten oder diskriminiert zu werden.

Wichtig für uns als Anarchist*innen ist im besonderen auch, dass unsere eigenen Gefährt*innen ebenso in konkreter Lebensgefahr schweben, sollte die Diktatur nicht abgewendet werden können. In Brasilien gibt es eine umtriebige stark ausdifferenzierte anarchistische Bewegung, welche sich nun in vorderster Front im Kampf gegen die aufkommende faschistische Diktatur befindet. Lasst uns unsere Gefährt*innen nicht vergessen, üben wir grenzenlose Solidarität, zeigen wir ihnen, dass sie nicht alleine sind!

Ele não!*

Alle zusammen gegen den Faschismus! Nieder mit der aufkommenden faschistischen Diktatur in Brasilien!

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©TOM signiert

03.12.2018
06.12.2018, 17:00 Uhr - 06.12.2018

Ob Bücher, Spiele oder Kalender: taz-Comiczeichner ©TOM veredelt mit seiner Widmung Ihre Weihnachtsgeschenke.

Seit jeher ist bekannt, dass es keine besseren Weihnachtsgeschenke gibt als ©TOM-Produkte mit einer Widmung des Meisters.

Immer zum Nikolaustag setzt Wahrheit-Comiczeichner ©TOM deshalb die rote Mütze auf und begibt sich in die taz Kantine, um für Freund*innen und Fans zu zeichnen und zu schreiben, bis wirklich auch der Letzte zufrieden nach Hause gehen kann.

Außerdem gibt es hausgemachten Glühwein.

Also: Auf zur weihnachtlichen Signierstunde!

Bild: ©TOM/taz

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Bonnie Burstow - The other Mrs. Smith

02.12.2018
10.12.2018, 20:00 Uhr - 10.12.2018

Bonnie Burstow - The other Mrs. Smith

 

European launch of the for the Vine Award in Canadian Jewish Literature shortlisted novel The Other Mrs. Smith by Dr. Bonnie Burstow.

 

10th December 8 PM // b_books // Lübbenerstr. 14, 10997 Berlin

with Dr. Bonnie Burstow (live reading and talk)

The leading antipsychiatrist theorist and activist Dr. Bonnie Burstow is a faculty member at University of Toronto. She writes about language, institutional ruling, resistance, and social change. Works include The Other Mrs. Smith, Psychiatry and the Business of Madness, Radical Feminist Therapy and Psychiatry Disrupted.

 

Kim Wichera (talk)

The non-binary antipsychiatry activist, publisher (Gegendiagnose) and sound artist Kim Wichera is talking about their work in the antipsychiatric facility runaway house.

 

About The Other Mrs. Smith

This novel traces the life experiences of a once highly successful woman who falls prey to electroshock and subsequently struggles to piece back together her life. Naomi suffers enormous memory loss; additionally, an estrangement from her family of origin that she has no way to wrap her mind around. The novel begins with her wandering the corridor of St. Patricks-St Andrews Mental Health Centre (St. Pukes) faced with the seemingly impossible challenge of coming to terms with the damage done her, as well uncovering the hidden details of her life. It moves back and forth between a relatively happy childhood in the legendary north-end Winnipeg of the mid-1900s and post-ECT adulthood in Toronto. An exceptionally kind man named Ger who befriends Naomi comes to suspect that important pieces of the puzzle of what befell her lurk beneath the surface of writing in a binder of hers, which comes to be known as Black Binder Number Three. What Naomi progressively comes to do, often with Ger's help and just as often with the help of a very different and eerily similar sister named Rose, is find ways to do justice to her life and to the various people in it. Filled with a vast array of colourful and insightful characters from a variety of communities—Toronto¹s Kensington Market of the 1970s, the 1970's trans community, north-end Winnipeg Jewry, and the ingenious and frequently hilarious mad community—this novel sensitizes us to the horror of electroshock, takes us to new levels in our understanding of what it means to be human, and, in the process, leads us to question the very concept of normalcy.

 

Bonnie Burstow - Die andere Frau Smith

 

Europäischer Launch des für den Vine Award in der kanadischen jüdischen Literatur ausgewählten Romans The Other Mrs. Smith von Dr. Bonnie Burstow.

 

10. Dezember 20 Uhr, b_books // Lübbenerstr. 14, 10997 Berlin

 

mit Dr. Bonnie Burstow (Lesung und Gespräch) Dr. Bonnie Burstow ist führende Antipsychiaterin, Theoretikerin und Aktivistin und Fakultätsmitglied der University of Toronto. Sie schreibt über Sprache, Institutionelle Macht, Widerstand und sozialen Wandel. Werke umfassen The Other Mrs. Smith, Psychiatry and the Business of Madness, Radical Feminist Therapy and Psychiatry Disrupted.

 

Kim Wichera (Vortrag) Die nicht-binäre Antipsychiatrie-Aktivistin, Herausgeberin (“Gegendiagnose“) und Klangkünstlerin Kim Wichera spricht über ihre Arbeit in der antipsychiatrischen Einrichtung Weglaufhaus „Villa Stöckle“.

 

Über die andere Frau Smith Dieser Roman verfolgt die Lebenserfahrungen einer einst sehr erfolgreichen Frau, die Elektroschocks zum Opfer fällt und danach versucht, ihr Leben wieder zusammenzusetzen. Naomi leidet unter einem enormen Gedächtnisverlust. zusätzlich eine Entfremdung von ihrer Herkunftsfamilie. Der Roman beginnt mit ihrer Wanderung durch den Korridor des St. Patricks-St. Andrews Mental Health Center (St. Pukes): Naomi steht vor der scheinbar unmöglichen Herausforderung, sich mit dem Schaden, der ihr angetan wurde, zu bewältigen und die verborgenen Details ihres Lebens aufzudecken. Der Roman bewegt sich zwischen einer relativ glücklichen Kindheit im legendären Winnipeg im Norden der Mitte der 1900er Jahre und dem Erwachsenenalter nach der ECT in Toronto hin und her. Ein außergewöhnlich freundlicher Mann namens Ger, der sich mit Naomi anfreundet, kommt zu dem Verdacht, dass wichtige Teile des Puzzles dessen, was sie getroffen hat, unter der Oberfläche eines Schreibens in ihrem Ordner liegen, der als Black Binder Nummer Drei bekannt wird. Was Naomi nach und nach macht, oft mit Ger's Hilfe und ebenso oft mit Hilfe einer sehr unterschiedlichen und unheimlich ähnlichen Schwester namens Rose, ist es, Wege zu finden, ihrem Leben und den verschiedenen Menschen, die darin leben, gerecht zu werden. Gefüllt mit einer Vielzahl farbenfroher und aufschlussreicher Charaktere aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen - dem Kensington Market in Toronto der 1970er Jahre, der Trans-Community der 1970er Jahre, dem Winnipeg-Judentum im Norden und der genialen und oft witzigen verrückten Community - sensibilisiert uns dieser Roman für den Horror von Elektroschock, führt uns zu neuen Ebenen des Verständnisses dessen, was es bedeutet, menschlich zu sein, und führt uns dazu, das Konzept der Normalität in Frage zu stellen.

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„Widerstand gegen Gentrifizierung“

02.12.2018
06.12.2018, 20:00 Uhr - 06.12.2018, 23:00 Uhr

Am 06.12. findet ein Vortrag zum Thema Gentrifizierung mit dem Journalisten  Peter Nowak (http://peter-nowak-journalist.de/ ) bei uns im Havanna 8 in der Kneipe statt

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Partizipationsräte für öffentliche Betriebe

29.11.2018
29.11.2018, 19:00 Uhr - 29.11.2018

 

 

Demokratisierung und Transparenz- Partizipationsräte für öffentliche

Betriebe der Daseinsvorsorge

 

 

Fünf Jahre Diskussion um Konzepte zu Demokratisierung, Partizipation und

ökologischer Transformation. Die Gründungsversammlung des Berliner

Wasserrats fand am 28. November 2013 statt.

 

Klimawandel und Wasserknappheit haben gezeigt: Die Neuausrichtung der

BWB ist dringend notwendig. Erwin Nolde, für seine innovativen

Wasserkonzepte bekannt, wird das Thema aus Sicht des Umweltingenieurs

darstellen. Das Problem hatte er bereits am 22. Oktober 2018 mit der

bekannten Wasseraktivistin und Trägerin des Right Livelihood Award,

Maude Barlow diskutiert, als sie anlässlich der "Blue Community"-

Zertifikatsverleihung im "ROOF WATER-Farm-Projekt" zu Gast war.

 

Bislang wurden die Themen Klimawandel und Wasserknappheit und die

daraus dringend notwendige Neuausrichtung der BWB ausschließlich intern

in einem engen Kreis von BWB und Behörden angesprochen. Das muss sich

ändern.

 

Welche Forderungen sich daraus an die Politik auch bezüglich einer

Demokratisierung und mehr Transparenz ergeben und wie wir diesen

Forderungen Nachdruck verschaffen können soll die anschliessende

Diskussion ergeben. Der Biologe Dr. Detlef Bimboes, langjährig im

staatlichen Umweltschutz tätig, Mitglied der BAG Umwelt der LINKEN, wird

weitere Fragen einbringen und die Suche nach Antworten teilen.

 

"Aufstehen"-Gründungsmitglied Ulrike von Wiesenau wird Überlegungen

dazu anstellen, wie die politischen Prozesse über Partizipationsräte für

öffentliche Betriebe vorangetrieben werden können, um das Thema für die

Linke Sammlungsbewegung "Aufstehen" in den Prozess zu bringen.

 

 

Moderation: Karl Goebler

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Buchvorstellung Mieterkämpfe in Berlin

29.11.2018
29.11.2018, 19:00 Uhr - 29.11.2018, 21:00 Uhr

Die Rote Flut - Revolutionäre Blätter

Julia Lazarus | Ina Wudtke

 

29.11.2018, 19-21 Uhr
Finissage mit Buchvorstellung und Diskussion

Die Ausstellung Die Rote Flut – Revolutionäre Blätter der Berliner Künstlerinnen Julia Lazarus und Ina Wudtke erinnert an weitgehend vergessene Kämpfe der Arbeiter*innen für zahlreiche, heute selbstverständlich scheinende, demokratische Errungenschaften. Aus Arbeiter*innen wurden Künstler*innen aus Künstler*innen wurden revolutionäre Künstler*innen, die an der Seite der Arbeiter*innen mit den Mitteln der Kunst kämpften und in einer Roten Flut zusammenliefen.

Für die Ausstellung hat Julia Lazarus Flugblätter, Ausschnitte von Zeitschriften, Verordnungen, Satzungen und Handlungsanleitungen sowie Protokolle von Sitzungen der revolutionären Obleute, der Arbeiter- und Soldatenräte und der Deutschen Nationalversammlung aus dem Bundesarchiv herausgesucht, die ein vielstimmigen Einblick in die turbulenten Ereignisse der Novemberrevolution ermöglichen. Die Archivalien werden für den Zeitraum der Ausstellung als Faksimiles den Besuchern zur Einsicht zur Verfügung gestellt.

 

Zur Finissage wird Rainer Knirsch, 50 Jahre Mitglied der Gewerkschaft und langjährig ehrenamtlicher Bildungsreferent an der Zentralen Bildungsstätte der IG Metall in Berlin-Pichelssee, die Publikationen des Berliner Verlags „Die Buchmacherei“ vorstellen. Rainer Knirsch ist Mitherausgeber der 2011 erschienenen Neuausgabe der „Geschichte der Novemberrevolution“ von Richard Müller und hat die Publikation „Allgemeiner Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands, 16.- 20. Dezember 1918 Berlin – Stenografische Berichte“ lektoriert, die gerade erstmals in lateinischer Schrift im selben Verlag erschienen ist.

 

Ina Wudtke forscht zur Tradition von Arbeiterschriftsteller*innen. Ab den 20er Jahren rufen marxistische Zeitungen die Arbeiterkorrespondenzbewegung ins Leben. Texte von Arbeiter*innen über ihre Wohn- und Arbeitsverhältnisse werden zunächst als Fortsetzungsromane abgedruckt. Später kommen sie auch in der Reihe „Der Rote 1 Mark-Roman“ heraus. Der Metallarbeiter und Dreher Willi Bredel (1901-1964), schrieb 1931 den Roman Rosenhofstraße über einen Hamburger Mietstreik im Karolinenviertel. Bredel wurde zu einem der bekanntesten Arbeiterschriftsteller seiner Zeit.

 

Angedockt an Bredels Beschreibung eines historischen Mietstreiks in der Weimarer Republik stellt Philipp Mattern am 29.11. sein neues Buch „Mieterkämpfe Vom Kaiserreich bis heute – Das Beispiel Berlin (http://www.bertz-fischer.de/product_info.php?products_id=537 )“ vor, dass wir im Anschluss gemeinsam diskutieren werden. Wohnungsnot, explodierende Mieten und die Verdrängung von Mieter*innen sind brennende Themen unserer Zeit – genauso wie der andauernde Protest dagegen. Doch dass Mieter*innen auf die Straße gehen und Widerstand gegen Hauseigentümer*innen, Investor*innen und eine unsoziale Wohnungspolitik leisten, ist nicht neu. Zahlreiche der meist vergessenen Kämpfe werden in dem kürzlich im Verlag Bertz + Fischer erschienenen Buches vorgestellt.

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10 Jahre Libertäre Gruppe Karlsruhe – Jubiläumsfeierei: Lesung mit Klaus N. Frick und Konzert

28.11.2018
01.12.2018, 18:30 Uhr - 01.12.2018

10 Jahre Libertäre Gruppe Karlsruhe
… das sind 10 Jahre Widerstand und Rebellion, 10 Jahre einmischen und aufmischen, 10 Jahre gemeinsames Lernen und Lärmen, 10 Jahre Anarchie!
Feiert mit uns, auf die nächsten 10 Jahre!
Zur Feier des Tages liest Klaus N. Frick aus seinen Punkrockbüchern.
Später spielen Arschwasser ihre Interpretationen von Klassikern des Punkrock auf und Überdosis lärmen euch die Trommelfelle wund. Im Anschluss könnt ihr zu bester Musik aus der Dose abtanzen.
Außerdem wird es Infostände geben und die netten Leute von RASH-Karlsruhe füllen euch mit besten Mischgetränken ab.
Kommt zahlreich und feiert mit uns!

Hier geht's zum facebook-Event.

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Polizeigesetze, PKK-Verbot und Nationalismus ade!

28.11.2018
01.12.2018, 12:00 Uhr - 01.12.2018, 15:00 Uhr

Die Bundesrepublik und die Türkei stehen an der Spitze der Länder, die global gegen demokratischen Protest und Freiheitsbewegungen kämpfen. Seit 25 Jahren ist die PKK nunmehr in Deutschland verboten. Doch die PKK und ihr Projekt des Demokratischen Konföderalismus haben in dieser Zeit deutlich an Bedeutung gewonnen.


Die Politik der Bundesregierung und ihre Zusammenarbeit mit dem diktatorischen Regime in der Türkei ist Anlass für die Demo am 1. Dezember: „Der Wunsch nach Freiheit lässt sich nicht verbieten.“

Gegen staatliche Repression in Form der Polizeigesetze, gegen das PKK-Verbot oder das Erstarken rechter Kräfte in Deutschland! Gegen die Leopard-Panzer, Hermes- Bürgschaften und Polizeigesetze Deutschlands stellt sich ein großes Bündnis aus Unterzeichner*innen.

Für den gemeinsamen Traum von einem demokratischen, feministischen und ökologischen Leben – in Deutschland, Kurdistan und überall auf der Welt!

Zeitraum: 01.12.2018, 12:00 Uhr - 01.12.2018, 15:00 Uhr

Adresse: Alexanderplatz, 10178 Berlin

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Wiedersehen in TUNIX! Eine Revision der Berliner Projektekultur

27.11.2018
01.12.2018, 14:00 Uhr - 02.12.2018, 19:00 Uhr

Wann: 1. & 2. Dezember

Wo: Hebbel am Ufer 1 (HAU), Stresemannstraße 29

Vom 27. bis 29. Januar 1978 trafen sich an der Technischen Universität in West-Berlin alle denkbaren Interessengruppen der undogmatischen Linken – Spontis, Freaks und Theoriestars – zum legendären Tunix-Kongress. Rund 20.000 Teilnehmer*innen folgten nach den lähmenden Erfahrungen des “Deutschen Herbstes” der Einladung zu einem “Treffen all derer, denen es stinkt in diesem, unserem Lande”. Der Titel war nicht Programm: In einer Atmosphäre von Diskussion, Aktion und Party fanden lebhafte Debatten statt, unter anderem zu alternativer Energiegewinnung, selbstverwalteten Jugendzentren, Neonazis in der Bundesrepublik, Feminismus und Ökologie, “neuer” Theorie aus Frankreich und Überleben im Stadtteil. Neben der Gründung der Tageszeitung taz wurden unzählige selbstorganisierte Projektformen angestoßen. Es ging um pragmatisch erreichbare Ziele, der Begriff “Projekt” stand für Vernetzung, Selbstverwaltung und selbstbestimmte Aktivitäten. Wir leben heute in einer Welt der Projekte und flüssigen Strukturen mit all ihren Ambivalenzen. 40 Jahre später gilt es, diese Ambivalenz in unterschiedlichen Formaten zur Sprache zu bringen und den Projektbegriff auf seine politischen Anliegen hin zu befragen. In dichter Abfolge laden szenische Lesungen, Diskussions-, Film-, Vortrags-, Performance- und Musikformate zur Debatte ein. Die begleitende Publikation beinhaltet Bildmaterialien, historische Dokumente und aktuelle Textbeiträge.

Detailliertes Programm

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Klimagerechtigkeit und Feminismus? One struggle, one fight!

27.11.2018
29.11.2018, 19:00 Uhr - 29.11.2018, 21:00 Uhr

Mit der Erwärmung unserer Atmosphäre um ein Grad ist die Klimakrise in vielen Regionen der Welt bereits grausame Realität geworden. Dürren, Stürme, Waldbrände und steigende Meeresspiegel bedrohen die Lebensgrundlagen vieler Menschen und verschärfen bestehende Ungerechtigkeit.

Verursacht primär von den Industrienationen des globalen Nordens, treffen die negativen Auswirkungen der menschengemachten Klimakrise die Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze lebt. Und in besonderem Maße Frauen* in den Ländern des globalen Südens. Ihre Situation ist geprägt durch einen erschwerten Zugang zu staatlicher Infrastruktur wie medizinische Versorgung oder Bildung. Ihre direkte Abhängigkeit von der Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen und intakter Ökosysteme sowie geringe Einkommen und weniger Möglichkeiten politischer Teilhabe, führen dazu, dass Frauen* anders von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen sind als Männer*.

Es sind aber auch diese Frauen*, die mit viel Stärke und Mut Veränderungen in ihren Gemeinden durchsetzen und international mit lauter Stimme für konsequenten Klimaschutz streiten. Frauen* bringen vielfältige Erfahrungen, Wissen und Kompetenzen mit, um die Klimakrise aufzuhalten und eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Deshalb haben wir drei unterschiedliche Referentinnen eingeladen, die aktiv im globalen Süden, auf den UN-Klimakonferenzen und in der sozialen Bewegung in Deutschland für Klimagerechtigkeit kämpfen.

Die globale Bewegung für Klimagerechtigkeit – Für ein gutes Leben für alle – ist unteilbar verknüpft mit der Bewegung für die Gleichberechtigung der Frauen*.

Es ist an der Zeit, dass wir die Stimmen der Frauen* aus dem globalen Süden hören, von ihnen lernen und uns mit ihnen verbünden. Dorothy Nalubega aus Uganda spricht darüber, wie der Klimawandel bereits jetzt in Uganda Existenzen zerstört und wie Probleme von Frauen* mit der Klimakrise verschärft werden. Sie schildert, warum nachhaltige Entwicklung, lokale Umweltschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen am besten funktionieren, wenn Frauen* direkt beteiligt sind.

Von der Heinrich Böll Stiftung wird Liane Schalatek berichten über den gegenwärtigen Stand gleichberechtigter Teilhabe auf den UN-Klimakonferenzen. Denn Frauen* sind auch dort unterpräsentiert (Anteil weiblicher Delegierte ca. 30 %) und haben weniger Möglichkeiten an wichtigen globalen Entscheidungen über Klimaschutzmaßnahmen teilzunehmen. Lara Eckstein, Aktivistin bei Ende Gelände in Deutschland wird uns verraten: Was ist die queer-feministische Klimabewegung? Welche Forderungen und welche Aktionen laufen bereits und wie können wir vor Ort aktiv werden für globale Gerechtigkeit?

Fragen, die wir dikustieren werden:
Wie können wir gemeinsam eine gleichberechtigte Beteiligung von Frauen*– auf allen Ebenen – erreichen?
Wie können wir feministische Perspektiven im Diskurs um „Klima(un)gerechtigkeit“ zwischen Nord und Süd etablieren?
Wie können wir die Bewegungen für Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit noch enger verknüpfen und international wie auf lokaler Ebene dafür einstehen?


Programm:
19:00 Begrüßung & Moderation Kathrin Henneberger, Institute of Environmental Justice e.V.

19:15 Input Dorothy Nalubega, Grüne Partei Uganda: Auswirkungen der Klimakrise in Uganda. Auf welche Weise betreffen die Auswirkungen Frauen* anders als Männer und warum? Konkrete Beispiele und Vorstellung von Umweltprojekten, die gleichzeitig die Gleichberechtigung von Frauen fördern.

19:30 Input Liane Schalatek, Heinrich-Böll-Stiftung Washington: Situation auf den UN-Klimakonferenzen: Wie stark ist dort die gleichberechtigte Partizipation an Entscheidungsstrukturen. Welche Projekte (Gender Action Plan) existieren? Wie geschieht die Umsetzung und wie kann die Partizipationund die Gleichberechtigung von Frauen* auch in der Finanzierung von Klimaprojekten gestärkt werden?

19:45: Input Lara Eckstein, Berliner Aktivistin Ende Gelände: Verstärkung von Ungerechtigkeit auf der Welt aufgrund der Klimakrise. Vorstellung Idee „Climate Justice – Klimagerechtigkeit“. Warum braucht es für Klimaschutz einen "System change" - "Systemwandel" und was bedeutet, bzw. was tut die queer-feministische Klimabewegung?

20:00: Speed Interview der Referentinnen: Warum ist es wichtig den Streit um Klimagerechtigkeit mit dem Streit um Gleichberechtigung/Feminismus zu verbinden? Welche grundlegenden Fragen müssen wir uns stellen?

20:30: Öffnung der Diskussion: Wie können wir die Bewegungen für Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit noch enger verknüpfen und international sowie auf lokaler Ebene dafür einstehen?

21:30: Abschlussworte der Referentinnen

21:00 Ende mit Ausklang

Sprache: Deutsch & Englisch (mit Flüsterübersetzung)

Für Wünsche zur barrierefreien Teilnahme wenden Sie sich bitte an Tanya Lazova unter lazova@bildungswerk-boell.de

Die Veranstalter: Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. in Kooperation mit Institute of Environmental Justice e.V.

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes.
Sowie finanziellen Mitteln der Stiftung Klassenlotterie Berlin.

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Externalisierung der EU-Grenzen in Afrika - Was haben wir damit zu tun?

27.11.2018
04.12.2018, 19:30 Uhr - 04.12.2018, 21:30 Uhr

Seit drei Jahren verschärft die EU ihre Anti-Migrationspolitik in Afrika. Flüchtlinge sollen nicht nur im Mittelmeer aufgehalten werden, sie sollen schon in Afrika selbst gestoppt werden. Die Grenzen der EU verlaufen heute durch die Sahara. Mit Milliarden Euro und politischer Erpressung werden afrikanische Länder auf Linie gebracht. Profiteure
sind die europäischen Rüstungskonzerne, die die Technologie zur Grenzsicherung vorantreiben.
Wir wollen der Frage nachgehen, was das für die Betroffenen selbst heißt und wie wir von Berlin aus intervenieren können.
Gezeigt werden Ausschnitte aus den Videos »Grenzen dicht! Europas Schutzwall in Afrika« und »Türsteher Europas: Wie Afrika Flüchtlinge stoppen soll«.
Eine Veranstaltung der "Initiative gegen das EU-Grenzregime"

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Die Periode ist kein Luxus - senken Sie die Tamponsteuer!

27.11.2018
05.12.2018, 14:09 Uhr - 09.12.2018

In Deutschland gibt es zwei unterschiedliche Mehrwertsteuersätze: Den generellen Satz von 19% und den ermäßigten von 7%. Der ermäßigte Steuersatz gilt für Grundnahrungsmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Unter „täglichem Bedarf“ werden hierbei neben Brot und Wasser auch Kaviar, Schnittblumen und dekorative Bildwerke verstanden.

Damenhygieneartikel, also Tampons und Binden, fallen nach dieser Einteilung unter die Kategorie „Luxusartikel“, da sie mit 19% besteuert werden. Wie aber soll Frau ihre Periode vermeiden?

Die hohe Besteuerung von Tampons und Binden stellt eine fiskalische Diskriminierung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts dar, die das Grundgesetz eigentlich nicht erlaubt.

In Kenia und Kanada wurde die Steuer auf Monatshygieneartikel bereits abgeschafft. In einigen anderen Ländern wie Frankreich, Spanien und Großbritannien wurde die Steuer auf 5-10 % gesenkt.

Sehr geehrte Frau Stark-Watzinger (Vorsitzende des Finanzausschusses), sehr geehrte Frau Zimmermann (Vorsitzende des Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), sehr geehrte Frau Giffey (Familienministerin), bitte helfen Sie uns!

Wir fordern eine Senkung des Steuersatzes auf Tampons und Binden von 19% auf 7%! Gemeinsam – Frauen wie Männer - können wir dafür sorgen, dass unser Land einen Fortschritt in Sachen Gleichberechtigung macht!

Wir, das sind Yasemin Kotra und Nanna-Josephine Roloff aus Hamburg. Wir haben Sozialökonomie bzw. Politik und Öffentliches Recht studiert und uns im Februar auf einem Barcamp für Frauen kennengelernt. Wir möchten nicht weiterhin einfach zusehen, sondern mitmachen. Mitmachen und für Gleichberechtigung und Frauenrechte kämpfen. Doch wo sollten wir anfangen? Wir entschieden uns dazu, den Finger in die Wunde der systemischen Diskriminierung zu legen und etwas gegen die unfaire Besteuerung unserer Monatsblutung zu tun. Eine Ungerechtigkeit, die wir nicht mehr ertragen möchten!

Unterzeichne unsere Petition und teile sie mit Deinen FreundInnen und Bekannten. Lasst uns der Regierung zeigen, dass wir nicht länger unfair besteuert werden wollen!

https://www.change.org/p/die-periode-ist-kein-luxus-senken-sie-die-tamponsteuer-starkwatzinger-bmfsfj

 

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Freiräume erhalten - Jugendzentren vor Spekulation und Verdrängung schützen?!

27.11.2018
02.12.2018, 18:30 Uhr - 02.12.2018, 21:30 Uhr

In Berlin sowie in vielen anderen Städten Deutschlands und Europas spielt sich ein ähnliches Phänomen ab: Wohn- und Gewerberäume werden knapp, Mieten steigen rasant, Häuser werden u.a. an anonyme Briefkastenfirmen oder Spekulant*innen verkauft. Mieter*innen, aber auch soziale, nicht kommerzielle Einrichtungen, wie z.B. Jugendzentren werden von ihren Standorten in den Innenstädten verdrängt. Wohin führt uns diese Entwicklung und was können wir dagegen unternehmen?

Diese Art der Verdrängung hat meist einen Mangel an sozialer Infrastruktur in den Stadtteilen zur Folge. Experimentelle Freiräume verschwinden, kommerzielle Einrichtungen wie Shoppingmalls breiten sich ungehindert aus. Die Räume in denen auch ohne viel Geld Gemeinschaft gelebt und gestaltet werden kann, werden immer weniger. Jugendliche, Rentner*innen, Menschen ohne Arbeit und prekär Beschäftigte sind am meisten von dieser Entwicklung betroffen. Doch auch gesamtgesellschaftlich sind soziale Orte wichtige Treffpunkte des gemeinschaftlichen, kommerzfreien Austausches.

An diesem Abend wollen wir uns mit zwei aktuell bedrohten Beispielen aus der Berliner Jugendkulturszene beschäftigen: Den beiden selbstverwalteten, nicht kommerziellen Jugendzentren Potse und Drugstore in Schöneberg. Der Drugstore gilt als das älteste selbstverwaltete Jugendzentrum Berlins. Beide bieten kostenlose Konzerte und selbstbestimmte Freizeitgestaltung an. Damit soll ab dem 1.1.19 Schluss sein, die Mietverträge laufen zum 31.12.18 aus und wurden von Seiten des Vermieters nicht verlängert. Ein kommerzielles Coworking und -living space ist bereits in das Haus eingezogen und soll erweitert werden. Vermieter: Eine anonyme Briefkastenfirma. Was nun?

Wir wollen den Abend mit dem Film: „Das Gegenteil von Grau“ (2017) von Matthias Coers beginnen. Dieser handelt über den Versuch verschiedener Initiativen im Ruhrgebiet Freiräume in der Stadt für gemeinschaftliche Aktionen zurückzuerobern. Thema: Ob Filmabende in leer stehenden Gebäuden oder Refugeekitchen auf öffentlichen Plätzen, Gemeinde- und Jugendzentren in ehemaligen Gewerbeeinheiten oder ungenutzten Kirchen - Matthias Coers zeigt verschiedene Menschen, die sich öffentliche Räume für gemeinschaftliche, soziale Aktionen zurückerobern.

Im Anschluss wird der Regisseur selbst etwas zu den Hintergründen des Films sagen, um dann in die Diskussion mit den Podiumsgästen von den Jugendzentren Potse und Drugstore und Lothar Kubig zu gehen.

Matthias Coers lebt als Filmemacher und Fotograf in Berlin. Der ausgebildete Soziologe versteht sich als kritischer Medienarbeiter. Nach den Dokumentar- und Kinofilmen MIETREBELLEN und DAS GEGENTEIL VON GRAU hatte jüngst der Kurzfilm DYSTOPOLIE Premiere. Er veranstaltet Workshops und audiovisuelle Lesungen zu stadtpolitischen Themen. Für das Berliner MieterEcho betreut er die Bildredaktion. Im Vorjahr wurde seine Ausstellung WOHNEN STADT SOLIDARITÄT im Bildungswerk gezeigt. Aktuell bis zum 13.12.18 zeigt das Bildungswerk die neue Ausstellung von Matthias Coers: mitten drin draußen - Ohne Obdach in der Stadt.
www.zweischritte.berlin

Die Veranstaltung wird vom Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit den freien Jugendzentren Drugstore und Potse und im Rahmen von "Shared Spaces - Europäische Dialoge über öffentliche Räume", ein gemeinsames Projekt des Heinrich Böll Stiftungsverbundes durchgeführt.

Für weitere Infos und Wünschen zur barrierefreien Teilnahme wenden Sie sich bitte an: Tanya Lazova, lazova@bildungswerk-boell.de

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European Jai Jagat 2020 Meeting

27.11.2018
29.11.2018, 19:00 Uhr - 02.12.2018, 12:30 Uhr

Du jeudi 29 novembre au dimanche 2 décembre 2018, assemblée européenne de Jai Jagat 2020 à Bruxelles : à l’appel du mouvement indien Ekta Parishad, il s’agit d’organiser des grandes marches à travers l’Europe durant l’été 2020, pour rejoindre Genève et y organiser un Parlement des Peuples. Objectif: faire entendre la voix des plus pauvres auprès des institutions onusiennes ayant leur siège à Genève, pour plus de justice sociale et une société non-violente.

Chaque étape des marches sera l’occasion de dialogues avec des agriculteurs locaux, des communautés en transition… Vu l’ampleur mondiale de ce mouvement (une délégation indienne nous rejoindra à Genève en septembre 2020), les contacts vont déjà bon train en Europe pour organiser des marches au départ de différents pays: Belgique, Allemagne, France, Espagne, Italie…

Du 29/11 au 2/12/18, ces acteurs européens se rencontrent à Bruxelles, en compagnie de Rajagopal, leader de Ekta Parishad. A cette occasion, l’antenne belge qui s’est constituée en asbl JaiJagat2020.be vous invite aux rendez-vous suivants, organisés en partenariat avec la Maison de développement durable de Louvain-la-Neuve, les Amis de la Terre, le CNCD-11.11.11, le Mouvement d’action paysanne, l’UCL LP Transition et La Voix des Sans Papier:

    Le jeudi soir 29/11, 19h30: conférence tout public avec Rajagopal et Olivier De Schutter, La voix des sans-voix: comment et pourquoi la faire entendre à tous les niveaux de décision ? Lieu : la salle Lumen, chée de Boondael 36, 1050 Bxl (près de la place Flagey à Ixelles). Accès sans inscription, PAF 5€. La salle est grande, amenez vos amis!
    Le vendredi 30/11 de 10h à 12h : séminaire avec les ONG, sur leur rôle dans la mobilisation pour Jai Jagat 2020. Lieu : Mundo-B, Fair Trade room (-1). Places limitées, merci de vous inscrire.

Pour suivre la suite du processus et des RV de Jai Jagat 2020 en Belgique: https://www.jaijagat.be/fr/content/agenda
 

http://www.associations21.org/event/jai-jagat-2020-rv-a-bruxelles-du-29-11-au-2-12-18/

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Resource :

http://betterworldlinks.org/index.php?cat=13488&thema=Jai_Jagat_2019/2020_-_March_from_Dehli,_India_to_Geneva,_Switzerland_-_in_Geneva_arriving_September_25th_and_October_3rd,_2020

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https://www.jaijagat.be/en


A call to the world, Jai Jagat 2020,



carried by 4 major intentions:

    So that the ethics guides our steps,
    the justice gives place to anyone,
    the voice of the poorest is recognized,
    our communities build nonviolent societies.



In summer, 2020, we shall walk, shall meet and have a dialogue, shall share the meals, throughout the path which since Belgium, will lead us in Geneva,

With
- The farmers who take care of the earth and feed us healthily,
- The citizens who assert their quest of simplicity,
- The communities which make transition and work in the well-being of chacun.e,
- The young people who already create the world of tomorrow,
- We, artists and creators, whom all embody and colors our future.

Our journey will be a moment of vitality and assertion - on foot, in bike, by train, ...-. Every evening will be a moment to celebrate our fights, our resistances, our creations and singings of life.

From September 20th till October 2nd, 2020, in Geneva, we are expected to celebrate the parliament of the peoples. Some will come from India, others of the Eastern Europe, as well as Spain, France, Germany, Sweden. We shall share the word and together shall carry it towards the institutions of the world.

Jai Jagat!

Alain

 

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Das grüne Gold aus der Reihe "Blick nach Afrika" im regenbogenKINO

26.11.2018
10.12.2018, 19:30 Uhr - 10.12.2018, 21:30 Uhr

Ackerland – das neue grüne Gold. Weltweit wächst die kommerzielle Nachfrage nach Anbauflächen für den globalen Markt, eine der lukrativsten neuen Spielflächen ist Äthiopien. In der Hoffnung auf große Exporteinnahmen verpachtet die äthiopische Regierung Millionen Hektar Land an ausländische Investoren. Der Traum von Wohlstand hat jedoch seine dunklen Seiten: es folgen Zwangsumsiedlungen riesigen Ausmaßes, über 1 Million Kleinbauern verlieren ihre Lebensgrundlage, die Böden werden überfordert – die Antwort ist eine Spirale der Gewalt im Angesicht einer paradoxen Umweltzerstörung. Denn zu dieser Entwicklung tragen auch Milliarden Dollar Entwicklungshilfe von Institutionen wie der EU und Weltbank bei. Und wer sich in den Weg stellt, erfährt die harte Hand der Regierung. Dies muss auch der junge äthiopische Umweltjournalist Argaw lernen, der seine Stimme erhebt – und sich damit selbst in Gefahr bringt. Transnationale Landinvestitionen als Konjunkturmaschine oder Ausverkauf des eigenen Landes. Die einen hoffen auf große Gewinne und Fortschritt, die anderen verlieren Existenz und Zuhause. Der erschreckenden Wahrheit auf der Spur trifft der schwedische Regisseur Joakim Demmer auf Investoren, Entwicklungsbürokraten, verfolgte Journalisten, kämpfende Umweltaktivisten und vertriebene Bauern. Ein ungeheuerlicher Real-Thriller, der von den scheinbar entlegenen Ecken Äthiopiens über die globalen Finanzmetropolen direkt auf unseren Esstisch führt.

Die Filmreihe "Blick nach Afrika" ist ein Gemeinschaftprojekt des regenbogenKINO und von attac Berlin. Wir wollen einen anderen Blick auf Afrika lernen und bemühen uns, zu jeder Veranstaltung kompetente GesprächspartnerInnen einzuladen.

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Schwarze Feministische Intervention zu Flucht und Migration

26.11.2018
01.12.2018, 19:00 Uhr - 01.12.2018, 21:30 Uhr

Die Genderfrage ist zentral  in der Debatte über Ursachen und Folgen afrikanischer Migration - ob gezwungene, freiwillige oder dazwischen liegende. Die Geschlechter-assoziierten Rollen, Erwartungen und Machtdynamiken, die mit der Zuschreibung als Frau, Mann, Mädchen oder Junge afrikanischer Herkunft einhergehen, beeinflussen Fragen um Sicherheit und Überleben. Dabei ist es essentiell, ob eine migrierte Person afrikanischer Herkunft sich als transgender oder intersexuell identifiziert oder ob sie lesbisch, schwul oder bisexuell ist.

Die mehrfache Diskriminierung Schwarzer WLGBTIQ*-Personen (Woman, Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, Inter, Queer*) wirkt sich in Deutschland selektiv aus. Sie werden nicht nur isoliert und von einem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen, sondern auf eine untergeordnete, feminisierte, sexualisierte, rassifizierte Position beschränkt. Ihre spezifischen Erfahrungen, Realitäten, Vulnerabilitäten und Bedürfnisse bleiben während der Flucht und bei der Asylsuche in Deutschland vernachlässigt.

Patriarchale Strukturen finden sich auch im deutschen Asylsystem wieder: So wird Schutzsuchenden, die aus geschlechterspezifischen Gründen fliehen, wie Opfer sexualisierter Gewalt und Personen, die aufgrund ihres Geschlechts oder der sexuellen Identität verfolgt werden weniger oft Asyl gewährt.

Im Kontrast dazu wird Asyl bevorzugt auf Grund von politischer Verfolgung gewährt, welche beispielsweise aus Aktivismus gegen eine Regierung erfolgt. Politisch Verfolgte (mehrheitlich als Männer gelesene Personen) sind damit Profiteure eines patriachalen Asylsytems, im Gegensatz zu Menschen (besonders oft als Frauen gelesene Personen) die Asyl ersuchen, auf Grund von sexualisierter Gewalt.

Diese Schwarze WLGBTIQ*-Perspektive möchten wir in den Fokus rücken und unsere Blicke für intersektionale Gerechtigkeit öffnen. Es soll ein Raum entstehen für einen schwarz-feministischen Austausch und zur Selbstorganisation.

Der Abend beginnt mit einer Lesung des Buches „In unseren eigenen Worten“, herausgegeben vom International Women Space.

International Women Space ist eine feministische politische Organisation bestehend aus Migrant*innen, weiblichen Refugees und Frauen ohne solchen Erfahrungen. Sie sind gemeinsam aktiv im Kampf gegen Rassismus, Sexismus und anderen intersektionalen Machtstrukturen.

Im Anschluss wird es einen Input von Jennifer Kamau zum Thema: „Gender überwindet Grenzen. Die Forderung nach Asyl für geschlechtlich-diskriminierte Personen“ geben. Folgen wird eine Diskussion zur Frage „Wie können selbstbestimmte Räume und Strukturen ohne fremdbestimmte Intervention entstehen, die Diskriminierung offenlegen und die Perspektive Schwarzer WLGBITQI* in den Communities sichtbarer machen?“

Ich höre Sie sich fragen: „Was kann ich tun?“ - Resilienz, Widerstand, Empowerment und Netzwerke knüpfen als politische Strategie.

Zu Gast sind: Jennifer Kamau/ Priscilla Napuli Paul Respico Lojanamoi
Moderation: Muna Aikins

Das Projekt wurde gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Mit freundlicher Unterstützung von Stiftung DO.

Anmeldungen sind bis zum 01. Dezember 2018 unter: buero@africavenir.org oder Tel: 0176 24997586 möglich.

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Deutschland und seine Freunde

26.11.2018
27.11.2018, 19:00 Uhr - 27.11.2018

Als viertgrößte Wirtschaftsmacht der Erde verfügt Deutschland über enormen internationalen Einfluss. Doch was halten unsere Nachbarn wirklich von uns?

Unilateral und mit harter Hand, so agiert allenfalls Trumps Amerika. In Deutschland dagegen gehören Multilateralismus und Europafreundlichkeit zur DNA. Was ist dran an dieser Selbsteinschätzung, wie sehen „uns“ die Anderen?Wie verlässlich ist die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik? Was an ihr sollte bleiben, was muss sich ändern?

Solche und weitere Fragen möchten wir gemeinsam mit Ihnen und Vertreter_innen aus Politik und von führendenden internationalen Medien diskutieren. Zum Anlass nehmen wir Christoph von Marschalls aktuelle Publikation „Wir verstehen die Welt nicht mehr“. Darin vertritt er die These eines neuen deutschen Sonderwegs, zu dem es gehöre die Perspektive anderer Staaten nicht mehr mit, und die eigene Weltsicht als absolut zu denken.

Neben allen Interessierten begrüßen wir:

Christoph von Marschall, Tagesspiegel

Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter im Bundestag

Tonia Mastrobuoni, La Repubblica

• Moderation: Matthew Karnitschnig (Politico)

Eine Veranstaltung der Friedrich Ebert Stiftung.

Bild: derProjektor / photocase.de

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Argumente für eine monetäre Werttheorie

24.11.2018
05.12.2018, 19:00 Uhr - 05.12.2018, 21:00 Uhr

► 05.12.2018 | 19 Uhr | Museum des Kapitalismus | Köpenicker Str. 172, 10997 Berlin

• Argumente für eine monetäre Werttheorie

Ein Input von Kristofer Pitz

Angesichts der Komplexität seines Gegenstands ist es wenig verwunderlich, dass sich eine ganze Reihe verschiedener Interpretationen von Karl Marx‘ Kapitalismustheorie im »Kapital« gebildet hat. Eine Reihe an Theoretiker_innen macht sich innerhalb des ökonomiekritischen Diskurses dafür stark, die zentrale Rolle des Geldes in der marxschen Werttheorie zu berücksichtigen. Die sogenannte „monetäre Werttheorie“ beschränkt sich hierbei nicht auf eine philologische Interpretation der inhaltlichen Intention des marxschen Werkes, sondern beansprucht selbst einen Beitrag zum bestmöglichen Verständnis der kapitalistischen Gesellschaftsform zu leisten.

Eine der zentralen theoretischen Leistungen der marxschen »Kritik der politischen Ökonomie« ist der „Bruch mit dem theoretischen Feld der politischen Ökonomie“ (Michael Heinrich) und dessen physiokratischer Arbeitswerttheorie. David Ricardo und Adam Smith waren noch davon ausgegangen, dass der Warenwert sich per se durch die Verausgabung von menschlicher Arbeit herstelle und es sich hierbei um ein individuelles Verhältnis zwischen Produzent_in und Produkt handele. Entgegen dieser Grundannahme konzipierte Marx im »Kapital« den Wert als historisch-spezifisches, gesellschaftliches Verhältnis. Zwar begründet auch Marx den Wert mit menschlicher Arbeit, allerdings nicht mit individuell verausgabter, konkreter Arbeit. Erst durch den Tausch werden Arbeitsprodukte einander als Anteile an der gesellschaftlich notwendigen Gesamtarbeit gleichgesetzt.

Marx weist in Band 1 des »Kapital« nach, dass der Wert aller Waren notwendig in einer einzigen, gemeinsamen Ware darstellbar sein muss, damit überhaupt Wert als soziales Verhältnis existieren kann. Aus der allgemeinen Äquivalentform entwickelt er als historisch-spezifische Form die Geldform. Zwar wird der Wert nicht durch das Geld, sondern durch die soziale Form des Austauschs privater Arbeitsprodukte auf dem Markt konstituiert – ohne die Austauschbarkeit gegen ein gemeinsames Wertzeichen, hat aber keine einzige Ware Wert. Geld (definiert als Wertzeichen, bzw. allgemeines Äquivalent) ist also die notwendige Erscheinungsform des Wertes. Geld ist allerdings kein unselbstständiger Ausdruck einer unter seiner Oberfläche verborgenen Substanz. Ohne Geld würde die gesellschaftliche Gleichsetzung der verschiedenen Privatarbeiten im universellen Warentausch nicht stattfinden. Der Wert erscheint also notwendig im Geld – einem selbstständigen Ausdruck, der das ihm zu Grunde liegende soziale Verhältnis nicht mehr anzeigt. Somit ist auch Geld Gegenstand sozialer Verdinglichung und fetischistischen Bewusstseins. Das soziale Verhältnis der Warenproduktion erscheint als Geld und kann nur vermittelt durch Geld existieren.

Die grundlegenden inhaltlichen Argumente für die Annahme eines solchen Zusammenhanges zwischen der Gleichsetzung verschiedener Privatarbeiten, Wert und Geld werden im Rahmen des Inputs vorgestellt. Dabei sollen auch konkurrierende Konzeptionen zur monetären Werttheorie sichtbar werden, wenngleich auch kritisch auf deren argumentative Leerstellen eingegangen werden wird.

Zum Referenten:
Kristofer Pitz studiert Gesellschaftstheorie an der Friedrich Schiller Universität Jena und gehört zum Umfeld des Museum des Kapitalismus. Schwerpunkte: Kritik der politischen Ökonomie, Digitaler Kapitalismus, Wissenschaftstheorie, Kulturindustrie, Patriarchat und Kapitalismus, Staatstheorie, politische Rechte

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Solawi trifft Infosec

24.11.2018
01.12.2018, 15:00 Uhr - 01.12.2018, 20:00 Uhr

Das Solidarische Landwirtschaftsprojekt Spörgelhof kocht wie jeden ersten Samstag im Monat veganes Essen gegen Spende. Dieses Mal gibt es den ganzen Nachmittag vorher die Möglichkeit, auf mitgebrachten Computern Freie Software, E-Mail-Verschlüsselung und anderes cooles Zeug zu installieren. Eine Kooperation mit resist.berlin.

Nebenbei  soll eine lockere Atmosphäre herrschen, wo ihr nebenbei Kaffee trinken und euch über eure Lieblings-Landwirtschafts-usw-Themen unterhalten können sollt.


15 h Beginn Computertreffen mit Kurzvorträgen immer um halb

15.30 h Betriebssysteme und andere Freie Software
16.30 h E-Mail-Verschlüsselung, v.a. mit Thunderbird
17.30 h Tor-Browser zum anonymen Surfen
18.30 h Smartphones freier und sicherer machen


19 h Essen

Wer ein neues Betriebssystem aufsetzen will, sollte nicht zu spät kommen und ein paar Euro mitbringen, weil evtl ein WLan-Adapter (sieht aus wie ein kleiner USB-Stick) nötig wird, der vor Ort gekauft werden kann.

Mit Apple-Geräten sind viele dieser Dinge komplizierter, aber anonymes Surfen und E-Mail-Verschlüsselung kann auch da eingerichtet werden, zudem kann Whattsapp ersetzt werden.

Wer etwas mit Telefonen machen will, muss sich unbedingt melden, weil das komplizierter ist und evtl weitere Leute zum Helfen angefragt werden müssen: workshops ÄTT spoergelhof.de

Eine Veranstaltung von "Friedel im Exil". Am 29.6.2017 wurde das selbstverwaltete Soziale Zentrum Friedel54, in dem der Spörgelhof eine Abholstelle hatte, brutal von Hunderten Polizisten zu Gunsten einer luxemburgischen Briefkastenfirma geräumt. Die Räume wurden übrigens erst vor kurzem umgebaut und stehen immer noch leer. Die Repression mit Bezug auf das Umfeld der Räumung läuft schon eine Weile und geht zur Zeit weiter.

 

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