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Updated: 5 hours 56 min ago

Antifa-Demonstration in Wurzen am 2. September 2017, #Wurzen0209

02.09.2017
02.09.2017, 15:00 Uhr

Aufruf: Das Land - rassistisch, Der Frieden - völkisch, Unser Bruch - unversöhnlich. #Wurzen0209

Das Land - rassistisch
Reaktionäre Organisierung und Mobilisierungen finden in Sachsen seit mehreren Jahren ihren bundesweiten Höhepunkt. Die Liste der Akteur*innen dieser Bewegung wie PEGIDA/LEGIDA, "Nein zum Heim", "Offensive für Deutschland", AfD und ähnliche reaktionäre Organisationen ist fast endlos und erfreut sich gerade hier einer großen Beliebtheit. In keinem anderem Bundesland gibt es so viele rassistische Angriffe auf Menschen wie in Sachsen. Des Weiteren sind Geflüchtetenunterkünfte und Strukturen von Unterstützer*innen Ziel rechter Attacken. Hier zeigen sich deutliche Kontinuitäten seit den 1990er Jahren, nicht umsonst war Sachsen eine Homezone des NSU.

Während die Bundesregierungen seit den 90er Jahren eine Politik der europäischen Abschottung forcieren, treiben rechte Akteur*innen den rassistischen Normalzustand besonders im Osten der Republik voran. Erst Mitte Juni gab es in Wurzen eine Spontandemonstration eines rassistischen Mobs und den daraus folgenden Versuch, eine Wohnung von Geflüchteten anzugreifen. Ähnliche Angriffe gab es bereits in den Monaten davor, Geflüchtete, die in Wurzen leben, berichten von rassistischen Anfeindungen und körperlichen Angriffen im Alltag. Feinde sind zugeschriebene „Fremde", ausgemalt mit Hilfe der weit verbreiteten Ressentiments gegen beispielsweise Nicht-Weiße, Muslime*Muslima und Jüdinnen*Juden. Vor allem der antimuslimische Rassismus hat der sich in den vergangenen Jahren Bahn gebrochen und führte zu einer großen Mobilisierungsfähigkeit rechter und rechts-orientierter Kontexte in Sachsen.

Festgehalten werden muss, dass es sich bei den Inhalten um das aktuelle thematische Inventar der extremen Rechten handelt: „Islamisierung" und „Überfremdung" sind die wesentlichen Stichwörter, aber auch die geradezu paranoide Annahme, einem „Vorbürgerkrieg" ausgesetzt zu sein, der durch das bedrohte „Volk" nicht mehr auszuhalten und gegen „die Fremden" auszutragen sei.

Dabei ist die gesellschaftliche und strukturelle Verankerung der rechten Szene in Sachsen ein wesentlicher Grund dafür, dass sich hier über mehrere Jahre rassistische und rechte Mobilisierungen halten und ausbreiten konnten. Bundesweit sind Orte wie Bautzen, Clausnitz, Freital, Heidenau bekannt geworden für eben diese Mobilisierungen und Gewalt gegen Geflüchtete, ihre Unterstützer*innen und Linke. Sie sind Beispiele und Vorbilder für rechte Bewegungen. Bei der Betrachtung dieser sächsischen Verhältnisse muss die doppelte Funktion und die Bedeutung für reaktionäre Bewegungen aus ganz Deutschland betrachtet werden: Auf der einen Seite herrscht in Sachsen ein besonderes gesellschaftliches Klima, dass rassistische Bewegungen befeuert. Zivilgesellschaftliche und antifaschistische Akteure können nur innerhalb der Großstädte Wirkungskraft entfalten. Auf dem Land sind diese Akteure entweder nicht vorhanden oder aber Ziel reaktionärer Kräfte. Nirgendwo sonst ist so ein Inneinandergreifen von Neonazis und „ganz normalen Bürger*innen" zu beobachten. Hieraus folgt die besondere zweite Bedeutung Sachsens für die bundesweite Rechte Szene: Es ist nämlich nicht nur Aktionsraum, um aus dem völkischen Programm eine politische Praxis zu entwickeln, sondern wird auch immer mehr zum positiven Bezugsrahmen rassistischer Bewegungen.

So ist es nicht verwunderlich, dass die neonazistische Kleinstpartei„"Der III. Weg" ihren Aufmarsch am 1. Mai 2016 in Plauen veranstaltet hat. Dort existierte bereits die rassistische Bewegung "Wir sind Deutschland" die sich als Alternative zu Pegida sieht. Zeitweise mobilisierte diese bis zu 5000 Teilnehmer*innen. Ähnliches kann zu PEGIDA in Dresden gesagt werden. Dresden bildet immer noch das Zentrum der GIDA-Bewegungen. Nahezu alle noch existenten GIDA-Aufmärsche im ganzen Bundesgebiet beziehen sich immer wieder inhaltlich und personell auf PEGIDA in Dresden.

Es bleibt also festzuhalten: In Sachsen sind rassistische Mobilisierungen nicht nur besonders stark, sodass völkischer Mob und Neonazis gemeinsam agieren können. Es besitzt auch einen Role Model Charakter für rassistische Bewegungen in ganz Deutschland.

Gleichzeitig sind gerade in den letzten Jahren Orte der permanenten rechten Gewalt und Organisierung nahezu in Vergessenheit geraten. Ein Beispiel hierfür ist die Stadt Wurzen, die seit mehr als 20 Jahren Schwerpunkt neonazistischer Gewalt und Strukturen in der Region Leipzig ist. In diesem Ort wohnen wichtige Organisatoren für den Neonaziangriff im Januar 2016, als in Connewitz knapp 250 Neonazis auf der Wolfgang-Heinze-Str. Menschen und Häuser angriffen. Ebenso leben in Wurzen auch Protagonisten, die kontinuierlich die LEGIDA-Aufmärsche organisierten und unterstützten. Des Weiteren konnten sich in Wurzen neonazistische Vertriebsstrukturen etablieren, mit deren Hilfe sie Gelder akquirieren. Rechte Gewalt ist hier seit den 90er Jahren Alltag und aus einer bundesweiten Wahrnehmung nahezu verschwunden. Nicht umsonst fabulierten in den 90ern Neonazis von Wurzen als "national befreiter Zone".
Der Frieden - völkisch
Landstriche werden nicht nur durch Gewaltandrohung zum sicheren Hinterland für Neonazi-Strukturen und deren Aktivitäten. Das eigentliche Problem liegt in der gesellschaftlichen Akzeptanz völkischer Programmatiken. Übergriffe auf Geflüchtete in Wurzen durch den völkischen Mob in den vergangenen Jahren werden immer wieder von Polizei, anderen staatlichen Stellen und "ganz normalen Bürger*innen" als nachvollziehbar relativiert und es wird sich so mit den Täter*innen solidarisiert. Hier zeigt sich ein gesamtgesellschaftlicher Konsens, in dem rechte Propaganda nicht mehr notwendig ist.

Dieser gesellschaftliche Rückhalt für neonazistische Erklärungsmuster zeigt sicht nicht nur in Wahlergebnissen oder Übergriffen. Er kommt vielmehr im alltäglichen Zusammenspiel von Neonazis, Mehrheitsgesellschaft und staatlichen Institutionen zu Stande.

Das was alle eint, ist die Identifizierung mit der Volksgemeinschaft und der damit verbundenen Vorstellung von Zugehörigkeit. Diese setzt die prinzipielle vom Staat vorgenommene Einteilung in In- und Ausländer*innen voraus. Die daraus resultierende Forderung, dass der Staat mit seinen Einrichtungen und Leistungen vordergründig für die Nation und das Wohlergehen des deutschen Volkes da zu sein habe, haben sowohl Mehrheitsgesellschaft als auch Neonazis gemein. Eine Folge daraus ist ein rassistisches Asylsystem und dessen tödliche Konsequenzen im Mittelmeer. Dass dieses Prinzip nicht für jeden Einzelnen in Wohlergehen aufgeht, ist die Konsequenz eines Konkurrenzverhältnisses, in welches die Menschen in einem kapitalistischen Staat zueinander gesetzt sind. Es führt dazu, dass Unzufriedenheiten und soziale Verwerfungen auf „fremde" und „dem Gemeinwohl abträgliche" Gruppen und ihren Egoismus projiziert werden: die Schuld an Erwerbslosigkeit trügen demnach die „Ausländer", am „Volkstod" die zunehmende Emanzipation der Frau, verantwortlich für die hohen Sozialbeiträge seien die „schmarotzenden Hartz-IV-Empfänger", Politiker*innen seien größtenteils „Volksverräter", die nicht „richtig" dem deutschen Volke dienen und hinter allem stecke überhaupt der von „Hedgefonds-Heuschrecken" vorangetriebene Ausverkauf „ehrlicher deutscher Arbeit". Anstatt also der Versuch unternommen wird, die Ursachen des gesellschaftlichen Elends zu begreifen und die kapitalistische Ordnung, gemeinsam und solidarisch mit denen von ihnen verhassten vermeintlichen Nicht-Deutschen und Harz IV-Empfänger*innen, auf die Müllhalde der Geschichte zu werfen, findet eine Identifikation mit dem nationalen Kollektiv und ein „Treten nach unten" statt. Die jubelpatriotischen Fahnenmeere während fast jeder Fußball-WM/EM der Männer sind eines der sichtbarsten Zeichen kollektiver Selbstvergewisserung. Offen auftretende Neonazis bilden dabei lediglich die Spitze des Eisbergs der Mehrheitsgesellschaft mit den Attributen antisemitisch, rassistisch und sexistisch.


In Sachsen wird dieser völkische Konsens ganz besonders unverhohlen sichtbar. Hier gibt es dafür seit mehreren Jahren den vom Freistaat organisierten so genannten „Tag der Sachsen", das größte „Volksfest" im Jahr. Wer als anders wahrgenommen wird, bekommt Probleme. So wurden beim „Tag der Sachsen" 2015 im Wurzen Geflüchtete, die über mehrere Wochen hinweg in der Stadt und in ihrer Wohnung bedroht und angegriffen wurden, an jenem Wochenende aus dem Ort gebracht.
Unser Bruch - unversöhnlich
Am Wochenende des 2. und 3. September wird in Löbau bei Dresden der „Tag der Sachsen" gefeiert. Statt dort hinzugehen, wo sich staatliche Akteure als schöneres, weltoffeneres Sachsen oder Deutschland inszenieren, wollen wir mit euch nach Wurzen fahren, das exemplarisch für die rassistische Normalität in Sachsen steht. Neonazis beanspruchen die Provinz als sicheren Aktionsraum - wir erklären sie zum Ziel antifaschistischer Politik. Wir möchten organisatorisch mit euch an die antifaschistische Demonstration 1996 in Wurzen anknüpfen, da hieß es:

„Trotz der beschränkten Wirksamkeit jeder Demonstration soll diese der Öffentlichkeit deutlich machen, daß es notwendig ist, den Nazis direkt entgegenzutreten, ihre Strukturen und Treffpunkte anzugreifen, obwohl dadurch perspektivisch keine konkrete strukturelle Alternative entsteht. Die Notwendigkeit solcher Alternativen ist dem Demovorbereitungskreis sehr bewußt. Deshalb soll die Demonstration Bündnischarakter tragen, der die verschiedensten antifaschistischen Ansätze bündelt: antifaschistische Jugend- und Kulturarbeit, militantes Grundverständnis, parlamentarische wie außerparlamentarische Aktivität, feministischer Widerstand und Flüchtlingshilfe. All diese Akzente soll die Demonstration repräsentieren."

Der Aufruf von 1996 und unsere eigenen Erfahrungen bei antifaschistischen Demonstrationen (nicht nur) in Sachsen zeigen, worauf sich Antifaschist*innen einstellen müssen. Provozierende Neonazigruppen am Rande der Demo, Angriffe auf die Demo und ihre Infrastruktur und eine Polizei, denen nicht erst seit G20 unterstellt werden darf, dass sie die Außenwirkung von gesellschaftskritischen Demos mit enger Begleitung im Spalier und der Kriminalisierung von Teilnehmenden möglichst verhindern will. Diese Dinge werden uns in Wurzen erwarten und dem werden wir entschlossen entgegentreten. Auf medienwirksame Diskreditierung der Demo durch überzogene Polizeimaßnahmen werden wir ebenso reagieren wie auf pöbelnde Neonazi-Gruppen. Wir tragen mit der Demo die Botschaft nach Wurzen, dass der deutschetümelnden Volksgemeinschaft nach wie vor unsere Aufmerksamkeit sowie unser Kampf gilt und schliessen uns noch immer der 20 Jahre alten Analyse der Genoss*innen an:

"Wenn den Nazis in der dortigen Situation ernsthaft und wirksam begegnet werden kann, dann nur durch gegenseitige Akzeptanz und wechselseitiges Verständnis für alle Facetten einer lebendigen Antifa. Nur eine gemeinsame starke Antifa-Bewegung, die den Aktivitäten der staatlichen Behörden kritisch bis ablehnend gegenübersteht, vermag den Nazis im Muldentalkreis die Vormacht zu nehmen, ihre Strukturen zu zerschlagen und sie vom Rückhalt in der Bevölkerung zu isolieren."

Organisiert den antifaschistischen Widerstand - bildet Antifa-Gruppen!

 

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Europäisches Netzwerk gegen Waffenhandel

02.09.2017
02.09.2017 - 03.09.2017

Das Europäische Netzwerk gegen Waffenhandel verbindet Gruppen und Individuen, die den Handel mit Waffen als eine Bedrohung des Friedens, der Sicherheit und der Entwicklung ansehen. Die Rüstungsindustrie ist die treibende Kraft hinter dem steigenden Waffenhandel. Durch Forschung, Publikationen, Lobbyarbeit und öffentlichkeitswirksamen Kampagnen arbeiten die Mitglieder von ENAAT daran, den internationalen Waffenhandel zu begrenzen und letztendlich zu beenden.

 

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Trinker fragen - Politiker antworten

01.09.2017
01.09.2017, 20:00 Uhr

Illustre Talkrunde zur Bundestagswahl mit ausgewählten DirektkandidatInnen im Wahlkreis 83 (Friedrichshain-Kreuzberg - Prenzlauer Berg Ost).

Auf dem Podium: Canan Bayram, Pascal Meiser, Grog Grogsen, Frigga Wendt und Thomas Hasel.

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Gewerkschaftliche Beratung im September

01.09.2017
01.09.2017, 18:00 Uhr - 19:30 Uhr

Konflikte am Arbeitsplatz und kein Land in Sicht? Am Freitag, den 1. September 2017 findet von 18:00 bis 19:30 Uhr in der Bürgerschule Hannover-Nordstadt, Klaus-Müller-Kilian-Weg 2, Raum 3.10 (3. OG) die gewerkschaftliche Beratung der FAU Hannover statt. Sie bietet all jenen Beschäftigten eine Anlaufstelle, die mit Problemen im Job ringen und Unterstützung suchen.

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Basta ya! Kolumbiens Krieg und die Hoffnung der Menschen auf ein Ende der Gewalt

01.09.2017
01.09.2017 - 29.09.2017

Eine Ausstellung über die Betroffenen des Konflikts in Kolumbien

Nach einem mehr als 50 Jahre dauernden blutigen Konflikt wurde im November 2016 ein Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla geschlossen. In dieses setzen die Menschen in Kolumbien große Hoffnungen für eine friedliche Zukunft. Allerdings sind die Wunden, die jahrzehntelange Gewalt, Vertreibung, Unsicherheit, Raubbau, Drogenkriminalität und mangelnde Versorgung hinterlassen haben, noch längst nicht geheilt.
Und als wäre dies nicht genug, ist diese Gewalt noch lange nicht Geschichte. Gerade in den früher von der Guerilla kontrollierten Gebieten ist ein Machtvakuum entstanden, in das paramilitärische Gruppen vorstoßen. So steigt in den letzten Monaten die Zahl der ermordeten Menschenrechtler*innen, die sich für die Rechte der Bevölkerung und den Schutz der Ressourcen einsetzen. Und auch die Zivilbevölkerung Kolumbiens ist immer wieder Opfer von Übergriffen.

Der langjährige Bürgerkrieg in Kolumbien droht immer wieder in Vergessenheit zu geraten, nur vereinzelt schaffen es besonders grausame Meldungen in die internationale Berichterstattung. Die Ausstellung wendet sich explizit gegen dieses alltägliche Vergessen und gibt den Konfliktopfern ein Gesicht und eine Stimme.

Am Donnerstag, dem 28. September veranstalten wir dazu um 19 Uhr im Robert-Havemann-Saal die Podiumsdiskussion

Kolumbien: Trotz Friedensprozess – Humanitäre Krise und anhaltende Gefahr für Menschenrechtsverteidiger*innen

im Rahmen der Vesper - Menschenrechte aktuell.

Es diskutieren

• Daniela Simm: Brot für die Welt, Diakonie Katastrophenhilfe. Die DKH unterstützt in besonders vom Konflikt betroffenen Regionen ländliche Bevölkerung z.B. durch Bildungsarbeit, psychosoziale Begleitung von Opfern und Schutzprogramme.

• Dr. Annelen Micus: Juristin mit Schwerpunkt Vergangenheits-aufarbeitung sowie Wirtschaft und Menschenrechte. In den vergangenen Jahren begleitete sie die indigenen Wayúu im Kampf um ihre Rechte gegenüber dem Bergbauunternehmen Cerrejón im Nordosten Kolumbiens.

Moderation: Christiane Schwarz, kolko – Menschenrechte für Kolumbien e.V.


Stimmen aus der Ausstellung Basta ya!

»Wir sind alle Vertriebene hier. Fast jeder hat einen Familienangehörigen durch Gewalt verloren.«
Dolores Chávez, 46 Jahre

»Sie haben auf mich geschossen und sind weitergegangen. Sie haben mich einfach so liegen lassen. Sie wollten, dass ich sterbe.«
Francisco Gómez, 48 Jahre

»Wer flieht, verliert alles. Aber am schlimmsten ist der Hunger.«
Mona Fente, 43 Jahre

»Wir lernen früh, dass wir nichts anfassen dürfen. Auch nicht, wenn es aussieht wie ein alter Fußball.«
Nancy Rueda, 8 Jahre


Eine Ausstellung von Caritas International, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes und der Diakonie Katastrophenhilfe, dem Hilfswerk für humanitäre Hilfe der Evangelischen Kirchen Deutschlands.

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Aachener Friedenspreisträger 2017 : Preisträger 2017 No MUOS (Italien) und Jugendnetzwerk für politische Aktion (JunepA)

01.09.2017
01.09.2017
Preisträger 2017
No MUOS (Italien) und
Jugendnetzwerk für politische Aktion (JunepA)

No MUOS ist eine sizilianische Bewegung gegen Militarismus, die für eine Entmilitarisierung Siziliens mit seinen zahlreichen US- und NATO-Stützpunkten und insbesondere für eine Schließung der sich auf einem US-Militärstützpunkt befindlichen Radar- und Sendeanlagen des neuen Satellitenkommunikations-Systems Mobile User Objective System (MUOS) kämpft. No MUOS kritisiert, dass das Satellitenkommunikations-System MUOS mit seinen Überwachungs- und Aufklärungstechnologien sowohl den Weltfrieden als auch die Umwelt und die Gesundheit der einheimischen Bevölkerung bedroht.

No MUOS formierte sich 2009 aus den ersten Protesten gegen das geplante neue Satellitenkommunikations-System. An der ersten Demonstration 2011 beteiligten sich bereits mehrere hundert Menschen. Ein Jahr später, am 30. März 2012, waren es schon 20.000. No MUOS genießt großen Rückhalt in der Bevölkerung und wehrt sich seither mit zahlreichen Protestformen gegen die italienischen, US-amerikanischen und NATO-Militärstrukturen auf Sizilien, die sowohl in Kriegseinsätze als auch in die tödliche EU-Migrationspolitik eingebunden sind. Sie wehren sich dagegen, Sizilien als Vorposten einer hochtechnologisierten Vergrenzung und Militarisierung des Mittelmeeres auszubauen und treten stattdessen für Frieden und Völkerverständigung ein, wollen das Mittelmeer als einen lebendigen Raum des Austauschs erhalten.

No MUOS organisiert regelmäßig Demonstrationen, Kundgebungen, Straßenblockaden, Streiks, Informationskampagnen und Aktionen des zivilen Ungehorsams, bei denen AktivistInnen in das Gelände eindringen und die Antennen der Kommunikationsanlage besetzen. Darüber hinaus geht No MUOS auch mit gerichtlichen Schritten auf unterschiedlichen Ebenen gegen die Aktivierung des MUOS vor und schafft mit Filmen, Büchern, Musik und Fotografie-Ausstellungen zu den Militärstrukturen eine antimilitaristische Öffentlichkeit.
Durch ihre intensiven Recherchen zur militärischen Rolle der auf Sizilien verorteten Technologien und Strukturen visualisiert die Bewegung No MUOS die Überwachungs- und Aufklarungstechnologien, die essenziell in der modernen Kriegsführung und Migrationsabwehr sind. Getreu dem Motto „Krieg beginnt hier!“ zeigen sie, von welchen Anlagen die Funktionstüchtigkeit der jeweilige Militärapparat abhängt und wie verletzlich dieser ist, sobald sich vor Ort organisierter Protest etabliert.

Was neben der militärischen Bedrohung viele No MUOS-AktivistInnen zur Teilnahme an den Protesten antreibt, ist auch die Sorge um ihre Gesundheit und den Fortbestand des berühmten Korkeichenwaldes von Niscemi. Das von der Militärbase ausgehende starke elektromagnetische Feld beeinträchtigt laut einer wissenschaftlichen Studie der Universität Turin tatsächlich die Gesundheit der AnwohnerInnen, das Öko­system und die Qualität der Agrarprodukte. So ist unter anderem eine deutliche Zunahme von Schilddrüsen- und Hodenkrebs sowie Leukämie und anderen alarmierenden Krankheiten bei der örtlichen Bevölkerung zu verzeichnen.

Was ist MUOS und worum geht es?
MUOS, das Satellitenkommunikations-System, ist ein zentraler Eckpfeiler der modernen weltweiten Kriegführung und als solcher für die weltweiten Einsätze der USA und ihrer NATO-Verbündeten von entscheidender Bedeutung. Die Radar- und Sendeanlage der umzäunten US-amerikanischen Naval Radio Transmitter Facility-8 (NRTF-8) und das 2017 aktivierte Satellitenkommunikationssystem MUOS befinden sich nahe der rd. 30.000 Einwohner zählenden Kleinstadt Niscemi im Südosten Siziliens. MUOS ermöglicht die Kommunikation nicht nur der Kriegsschiffe und U-Boote im Mittelmeerraum, sondern zwischen allen militärischen Einheiten der Boden-, Luft- und Seestreitkräfte weltweit und ist damit ein zentrales Kriegsinstrument, nicht zuletzt im Rahmen der Automatisierung von Kriegen, sprich des zunehmenden Einsatzes von Drohnen.

Niscemi ist zusammen mit Kojarena (Australien), Northwest Chesapeake (Virgina/USA) und Wahiaw (Hawaii) Teil eines globalen Kommunikationsnetzwerks, das vier Satelliten (und einen Ersatzsatelliten) verbindet und die netzwerkzentrierte Operationsführung der USA und ihrer Verbündeten weltweit ermöglicht. Die Kosten des Systems betragen mindestens 7,4 Mrd. Dollar. Die Datenübertragungskapazität, die in der heutigen Form der Kriegsführung eine zunehmend wichtige Rolle spielt, soll durch MUOS gegenüber dem bisher genutzten System um das Zehnfache gesteigert werden. Diese Erhöhung der Kapazitäten wird insbesondere durch den zunehmenden Einsatz unbemannter Flugkörper nötig. MUOS soll durch die Beschleunigung der Datenübertragung die Lenkung und Kontrolle von Drohnen verbessern und somit ihre Einsatzfähigkeit als Kampf- oder Überwachungsdrohnen ausweiten.

Diese hochentwickelte Technologie wird auch vermehrt zur Migrationskontrolle an den EU-Außengrenzen genutzt. Drohnen werden u.a. vom Grenzüber­wachungssystem EUROSUR und von der EU-Militärmission EUNAVFORMED im Kampf gegen Schmuggler verwendet. Zur Rettung Schiffbrüchiger tragen sie hingegen offensichtlich wenig bei, wie die (offizielle) Zahl von 5.083 ertrunkenen MigrantInnen 2016 der IOM unterstreicht. Im Gegenteil zwingt die stark militarisierte Migrationskontrolle, die ihre Überwachungskapazitäten stetig erhöht, die MigrantInnen zu immer riskanteren Strategien der Mittelmeerüberfahrt mit oft tödlichen Folgen.

Gemeinsam gegen die Vergrenzung und Militarisierung des Mittelmeers!
Es ist mehr als bemerkenswert, dass sich in einer strukturschwachen Region wie dem Südosten Siziliens, wo darüber hinaus mit den militärischen Infrastrukturen durchaus zusammenhängend verschiedene Mafiaorganisationen aktiv sind, eine derart starke zivilgesellschaftliche Protestbewegung wie No MUOS formiert.

In diesem Jahr, 2017, sieht sich No MUOS überdies mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert: seit Ende 2016 ist das MUOS operativ, obwohl noch das Urteil des Gerichts Caltagirone zur unrechtmäßigen Bautätigkeit aussteht. Bisher wurden für das Jahr 2017 Gerichtsprozesse gegen mehr als 126 AktivistInnen angekündigt und die im Laufe der Zeit erstandenen finanziellen Kosten erschweren der Bewegung momentan ihre weitere Entwicklung.

Öffentliche Aufmerksamkeit, Anerkennung und Solidarität werden No MUOS helfen, mit der zunehmenden staatlichen Repression umzugehen und sich weiterhin mutig für eine Demilitarisierung Siziliens und des Mittelmeers einzusetzen. Von zentraler Bedeutung ist es auch, europaweit zu unterstreichen, dass die Vergrenzung und Militarisierung des Mittelmeers nicht dem Willen der dortigen Bevölkerung – ob an den Nord- oder an den Südküsten entspricht.

Ein Aktivist erklärt zu recht: „Dies ist nicht nur unser Kampf, sondern der von allen!“ Was No MUOS braucht, ist internationale Solidarität und internationale Öffentlichkeit. Denn der Kampf, den No MUOS vor Ort führt, ist ein Kampf, den sie stellvertretend für uns alle führen, die wir uns gegen die zunehmenden Kriegseinsätze wehren wollen. Die vielfach als „humanitäre Einsätze“ verklärt werden, in Wahrheit aber neben hegemonialen Interessen keinem anderen Zweck als der der Rohstoff- und Energiesicherung dienen.

Die Verleihung des Aachener Friedenspreises ist ein wichtiges Zeichen zur Stärkung der Gruppe durch ebenjene Solidarität und Öffentlichkeit und ebenso ein wichtiges Signal im Kampf gegen das MUOS und die damit einhergehende zunehmende Entfesselung von Kriegen.

 

JunepA ist ein bundesweites Netzwerk von jungen Menschen. „Unser Ziel ist, eine Plattform für junge Menschen zu sein, um sich für politische Aktionen zu vernetzen und politischen Wandel herbeizuführen“, heißt es auf ihrer Website. Derzeit sind sie, neben vielen verstreuten Einzelpersonen, in 3 Regionalgruppen organisiert – die Gruppen Südwest, Lüneburg und Berlin.

Gegründet hat sich die Gruppe im Oktober 2013. Seit 2014 initiieren und beteiligen sie sich an zahlreichen Aktionen bundesweit, vor allem auch friedenspolitischen Aktionen. So haben sie sich bereits 3 Jahre in Folge an Blockadeaktionen am Atomwaffenstützpunkt Büchel beteiligt und planen dies auch für dieses Jahr. „Aufrüstung für den Frieden ist wie Schnapspralinen gegen Alkoholismus“, erklären sie.

Spektakulär und von großem Medienecho begleitet war ihre Blockade- und Go-in-Aktion im September 2016 in Büchel. In ihrer Pressemitteilung vom 12.09.2016 zu der Aktion heißt es:

Zufahrten zum Atomwaffenstandort blockiert, Startbahn besetzt.

Die Militäranlage ist seit 5:15 Uhr durch etwa 30 antimilitaristische Aktive blockiert – sämtliche geteerte Zufahrtswege sind durch Sitzblockaden sowie ein hohes Dreibein (Tripod) und in einer anderen Einfahrt durch ein in einem Auto befindlichen Betonfass versperrt, an denen sich jeweils Menschen befestigt haben. Mehrere Aktivist_innen sind auf das Gelände gelangt und haben die einzige Start- und Landebahn besetzt.

Der Betrieb des Fliegerhorsts Büchel, auf dem die letzten Atomwaffen innerhalb der BRD lagern, ist durch die Aktionen stark eingeschränkt. Durch die sogenannte „Go-In“-Aktion ist ein Start der Tornado-Kampfflugzeuge, die im Einsatzfall die Atombomben abwerfen sollen, momentan unmöglich. Wegen der blockierten Zufahrten können hunderte Angestellte im Militärdienst ihre Arbeit vorerst nicht aufnehmen. […].

„Unsere Aktion richtet sich gegen die Existenz von Atomwaffen, die immer eine unberechenbare Gefahr für die Menschheit darstellen.“ erklärt Fiona Rucke, die sich an den Aktionen beteiligt: „Daher haben wir uns dazu entschieden, mit einer entschlossenen Aktion des Zivilen Ungehorsams Sand im Getriebe der Kriegsmaschinerie zu sein.“

2017 plant die Gruppe zunächst eine Aktion gegen Waffenproduktion und/oder -exporte zu machen. So soll im Frühjahr eine Rheinmetall-Waffenschmiede in Norddeutschland blockiert werden. „Rheinmetall liefert unter anderem Waffen an menschenrechtsverachtende Staaten und in Kriegs- und Krisengebiete. Aber schon die Tatsache, dass sie die Waffen herstellen, ist für uns Grund genug, eine große, anschlussfähige Aktion zu organisieren“, erklärt JunepA.

Darüber hinaus ist eine Teilnahme an den Protesten zum G20-Gipfel am 7. Juli in Hamburg geplant. Des Weiteren eine erneute Aktion oder Aktionsbeteiligung in Büchel sowie die Teilnahme an Protesten gegen einen Castortransport.

Im Einzelnen hat die Gruppe in den Vorjahren folgende größeren Aktionen durchgeführt:

  • Aug. 2014: Blockade des Atomwaffenlagers Büchel
  • Aug. 2014: Besetzung des Truppenübungsplatzes Altmark (GÜZ)
  • März 2015: Blockade des Atomwaffenlagers Büchel
  • Juni 2015: Banner-Aktion zum G7-Gipfel im Münchener Hauptbahnhof
  • Juni 2015: Blockade des G7-Gipfels in Bayern
  • Sept. 2015: Blockade der Brennelementefabrik Lingen
  • Dez. 2015: Banner-Aktion zur COP21 an der Siegessäule, Berlin
  • März 2016: Vattenfall-Blockade in Berlin
  • Mai 2016: Ende Gelände in der Lausitz
  • Sept. 2016: Büchel Blockade und Go-In-Aktion
  • Okt. 2016: CETA/TTIP Endstation im Kölner Hauptbahnhof

 

Begründung für die Preisverleihung
Die Proteste und Aktionen zivilen Ungehorsams von JunepA sind mutig, kreativ, höchst anerkennens- und unterstützenswert. Zumal sie dazu angetan sind, auch andere junge Menschen beispielgebend zum Mitmachen zu motivieren und anzuregen. Mit ihren Protesten legt JunepA die Finger in aktuell brennende gesellschaftspolitische Wunden. Mit der Verleihung des Aachener Friedenspreises sollen diese jungen Menschen in ihrer Arbeit bestärkt werden. Nicht zuletzt tun gerade solche jungen Menschen, die sich aktiv für Demilitarisierung einsetzen, der Friedensbewegung not!

 

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Rostock-Lichtenhagen als antiziganistisches Pogrom. Veranstaltung Berlin 31.08.

31.08.2017
31.08.2017, 19:30 Uhr


' ... und du wirst sehen, die Leute, die hier wohnen, werden aus den Fenstern schauen und Beifall klatschen.'
Rostock-Lichtenhagen als antiziganistisches Pogrom und konformistische Revolte

Die antiziganistische Dimension des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen bleibt in Rückschau und Analyse häufig unterbelichtet, sowohl in Bezug auf den Mob auf der Straße als auch in Bezug auf die Legitimation der Abschaffung des Asylrechts. Im Vortrag soll diese Dimension eingehender beleuchtet und auf ihre Funktion hin analysiert werden.


Die Veranstaltung findet als Teil der bundesweiten Veranstaltungsreihe "Rassistische Kontinuitäten" des Bündnisses Irgendwo in Deutschland anlässlich des 25. Jahrestages des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen statt. Weitere Veranstaltungen und Aufruf:

https://irgendwoindeutschland.org/rassistische-kontinuitaten-aufruf-zu-b...

Donnerstag 31.08.2017 - 19:30 Uhr

k-fetisch // wildenbruchstr. 86 // berlin

 

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Zwischen Parlament und Straße

30.08.2017
30.08.2017, 19:00 Uhr

Reihe Bewegungsgespräche

Zehn Monate nach dem Start der neuen Landesregierung stellt sich die Frage: Sucht die Bewegung die Nähe der parlamentarischen Politik? Oder organisiert sie sich als radikal linke Opposition zum mitte-linken Senat?


Es diskutieren:

Katina Schubert, Landesvorsitzende der Berliner Linkspartei und Mitglied des Abgeordnetenhauses

Kerstin Stark, Mitinitiatorin der Berliner Initiative Volksentscheid Fahrrad

Iver Ohm, Mitglied im Initiativkreis Stadtforum von Unten und dem Hidden Institute

Ein Vertreter der Stadt-AG der Interventionistischen Linken Berlin

Margit Mayer, Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt urbane Proteste

Moderation:
Patricia Hecht, taz

 

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Jetzt reden wir über Hamburg

28.08.2017
28.08.2017, 19:00 Uhr

Alle sprechen über G20. Dabei klaffen die Erfahrungen derjenigen, die in Hamburg waren und das mediale Bild der Ereignisse weit auseinander. Jetzt sind wir dran und schaffen einen Raum, wo wir aus erster Hand erzählen und solidarisch die Ereignisse der Woche gemeinsam politisch bewerten. Von den Auseinandersetzung um die Camps und das Recht auf Schlaf, von den Diskussionen beim Gipfel der Solidarität, von den kollektiven Antworten auf die Angriffe der Polizei auf die Welcome to Hell Demo, von Erlebnissen bei den Blockaden in der roten Zone und am Hafen, von Bildungsstreik und der Solidarität ganzer Stadtviertel mit dem Widerstand gegen die Politik der G20 sowie von einer internationalen Großdemonstration mit 100.000 Menschen, die den Abschluss der Protestwoche bildete.
Es wird auch Berichte von der neuen Qualität des Ausnahmezustand (mit Außerkraftsetzung der Versammlungsfreiheit und Einsatz militarisierter Spezialkräfte) geben und einer Polizei, die sich weder an Gerichtsentscheidungen, noch an Gesetze gebunden fühlt und ihren Gewaltfantasien freien Lauf lässt.

Bei der Veranstaltung gibt es Erlebnisberichte von

attac
Fast Forward Hannover
Interventionistische Linke
Jugend Gegen G20
SJD - Die Falken Bezirk Hannover

Neben den eingeladenen Gästen soll auch der Raum für Erlebnisse aus dem Publikum aufgemacht werden.
Wir laden auch die Presse ein zur Veranstaltung zu kommen und sich über unsere Erlebnisse zu informieren. Die Podiumsteilnehmer sind nach der Veranstaltung für O-Töne bereit.

 

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Die 383. Montagsdemo gegen das widersinnige Projekt #S21

28.08.2017
28.08.2017, 18:00 Uhr

Die 383. Montagsdemonstration findet
am 28. August 2017
ab 18 Uhr auf dem
Schlossplatz in Stuttgart statt.

Ab 18.40 Uhr beginnt der Demozug, ausgehend vom Schlossplatz, über die Königstraße (rechte Seite der Baumallee) zur Mahnwache, weiter links in die Schillerstraße entgegen der Fahrtrichtung, den Kurt-Georg-Kiesinger-Platz überquerend nach rechts in die Heilbronner-Straße entgegen der Fahrtrichtung bis vor die ehemalige Bahndirektion, Dort endet die Demo mit dem Schwabenstreich.

Redner:

Dipl.-Ing. Klaus Gebhard, Ingenieure 22;"Das Desaster von Rastatt und die Folgen"

Motto: Wir lassen nicht locker!
Musik: Thomas Felder, Liedermacher; Gitarre und Gesang
Moderation: Michael Kaufmann, Badener gegen S21

ES IST ZEIT FÜR EINEN AUSSTIEG.

https://www.bei-abriss-aufstand.de/2017/08/23/die-383-montagsdemo-am-28-august-2017/

Nach dem Tunnelbau Fiasko von Rastatt ist es an der Zeit, auch das widersinnige Projekt "Stuttgart 21" zu überdenken:
Baustopp jetzt!
Umstieg jetzt!

 

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Diskussion im Garten - Urbanes Gärtnern = mobiles Gärtnern?

28.08.2017
28.08.2017, 12:30 Uhr

Viel gefeiert in den Medien, froh begrüßt von den Kommunen, eifrig genutzt von den BürgerInnen: das urbane Gärtnern erfreut sich weltweiten Zuspruchs. Oft jedoch sind es nur temporär nutzbare Brachen und Stadträume, die dafür zu Verfügung stehen.

Aber was passiert, wenn der Garten umziehen muss, weil die Fläche einer anderen Nutzung zugeführt werden soll? Ziehen die Nutzer*innen mit? Was geschieht mit den im Garten neu geknüpften Beziehungen? Ziehen auch die Bienen um? Und welche soziale Nachhaltigkeit kann der urbane Garten als neue Heimat und integrative Plattform garantieren, wenn er anderen Interessen weichen muss? Wird das „Gärtnern aus dem Koffer" eine neue Bewegung? Oder sollten Städte und Kommunen das urbane, nachhaltige Gärtnern als Teil des städtischen Ernährungssystems in Zukunft fest berücksichtigen?

Am Beispiel der Prinzessinnengärten und den Gärten Prachttomate, Almende Kontor und Gleisbeet werden diese Themen erörtert und gemeinsam mit interessierten Gästen diskutiert.

Termin: Montag, 28.8.2017 12:30 Uhr

Ort: Datscha Radio Studio und Garten, Oreganoweg 11, 13158 Berlin-Rosenthal, Bus M21

Referenten: Marco Clausen - Mitgründer Prinzessinnengarten, Dr. Elisabeth Meyer-Renschhausen - Prachttomate, Almende Kontor, Daniel Beiersdorf, Gleisbeet e.V.(angefragt)

Moderation: Helen Thein, Redakteurin Radio Datscha

Anmeldung unter: lazova@bildungswerk-boell.de

Im Rahmen des Radio- und Gartenkunst-Festivals Datscha Radio, 25. bis 29. August 2017
On Stream auf datscharadio.de und berlinweit zu ausgewählten Zeiten* auf UKW 88,4 MHz und in Potsdam auf 90,7 MHz.

Programmplan ab 15. August im Internet

 

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Riders Unite! Vorstellung der Kampagne #Deliverunion

26.08.2017
26.08.2017, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Die sogenannte „gig economy" wächst und schafft immer mehr prekäre Jobs. Wie die HAZ berichtet, fährt neben dem Lieferdienst Foodora nun auch das konkurrierende Londoner Unternehmen Deliveroo Essen in Hannover aus. Doch gegen die oftmals unsicheren Arbeitsbedingungen bei den hippen Startups regt sich schon länger Widerstand: In Berlin und vielen anderen europäischen Städten organisieren sich die Fahrer*innen und setzen ihre Forderungen erfolgreich durch. Die in der Basisgewerkschaft FAU Berlin organisierten Rider konnten so Foodora bereits zu Verhandlungen zwingen. Am 26.8.2017 werden sie in der Warenannahme/Faust in Hannover über ihren Kampf, erste Erfolge und die gewerkschaftliche Organisierung berichten. Kommt vorbei und sagt Kolleg*innen Bescheid!

Mit harten Bandagen kämpfen Foodora und Deliveroo um die Vorherrschaft auf dem europaweiten Markt der Essenslieferanten - nun auch in Hannover. Innerhalb einer halben Stunde soll das gewünschte Essen nach der Aufgabe der Bestellung beim Kunden Zuhause sein. Getragen wird dies durch Fahrradkuriere, die sich durch den Großstadtdschungel von Europas Metropolen kämpfen müssen. Ihre Arbeitsbedingungen sind durch große Unsicherheit gekennzeichnet: Reichen die Schichten, um am Ende des Monats über die Runden zu kommen? Die Fahrer*innen, die sich der FAU Berlin angeschlossen haben, haben daher einen Forderungskatalog erarbeitet. Sie verlangen:

Die Übernahme aller Reparaturkosten!
Mindestens ein Euro extra pro Stunde / Drop!
Genügend Schichten, um davon zu leben!
Deliveroo: Transparenz bezüglich der Arbeitszeit!
Foodora: Mindestens eine bezahlte Stunde pro Woche für Schichtplanung!

Am Samstag, den 26. August 2017 werden Foodora- und Deliveroo-Fahrer*innen von ihrem Kampf um bessere Arbeitsbedingungen berichten und die Kampagne #Deliverunion vorstellen. Die Veranstaltung findet in der Warenannahme im Kulturzentrum Faust statt und beginnt um 19.00 Uhr. Im Anschluss wird die Möglichkeit bestehen, sich mit den Kolleg*innen auszutauschen und über Perspektiven gewerkschaftlicher Organisierung vor Ort zu sprechen.

Mehr Informationen: as.hannover.fau.org

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Diskussion im Garten - Vertikales Gärtnern: Barsch und Basilikum

26.08.2017
26.08.2017, 12:30 Uhr

Fischzucht aus Tomatenabfall, Salate aus dem heimischen Regal und Restaurants, in denen das Gemüse frisch am Tisch gepflückt wird: Dieser Themenschwerpunkt stellt alternative technikaffine Praktiken der Nahrungsmittelproduktion vor. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Machbarkeit, auch für das eigene Zuhause, der Effizienz und Beobachtungen über den Wandel im öffentlichen Bewusstsein für den neuen Wirtschaftszweig. Ein Austausch, eine Verkostung, eine Bauanleitung. Und viele Fragen an die Referenten, z.B.: Werden spezielle oder gängige Sorten angebaut? Werden neue Sorten dafür entwickelt? Wer sind die Abnehmer*innen und wie sind die Aussichten?

Termin: Samstag, 26.8.2017 12:30 Uhr

Ort: Datscha Radiostudio und Garten, Oreganoweg 11, 13158 Berlin-Rosenthal, Bus M21

Referenten: Claire Gusko - Infarm Berlin, Anne-Kathrin Kuhlemann - Topfarmers Berlin (angefragt)

Moderation: Gabi Schaffner - Redaktion Datscha Radio

Anmeldung unter: lazova@bildungswerk-boell.de

Im Rahmen des Radio- und Gartenkunst-Festivals Datscha Radio, 25. bis 29. August 2017
On Stream auf datscharadio.de und berlinweit zu ausgewählten Zeiten* auf UKW 88,4 MHz und in Potsdam auf 90,7 MHz.

Programmplan ab 15. August im Internet

 

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Rote Linie : Klima schützen! Wald retten! Bagger stoppen!

26.08.2017
26.08.2017
Aktion am Tagebau Hambach

Am 26. August 2017 zeigen wir RWE und der Politik die Rote Linie auf: Bis hierhin und nicht weiter ist die Botschaft, wenn wir uns im Gebiet des geplanten Tagebaus mit unserer Menschenkette zwischen die Braunkohlenbagger und den Hambacher Wald sowie die bedrohten Dörfer stellen.

Mit der Roten Linie wollen wir friedlich und gewaltfrei für einen Stopp der Braunkohlentagebaue und einen konsequenten Klimaschutz werben. Damit wollen wir auch signalisieren, dass der Widerstand gegen die unverantwortliche Gewinnung und Nutzung der Braunkohle von breiten Teilen unserer Gesellschaft getragen wird.

Die Rote Linie gegen Kohle wird getragen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der BUNDjugend, Greenpeace, der Klima-Allianz Deutschland und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Mach mit und werde Teil der Roten Linie! #seidierotelinie; FACEBOOK Wann: 26. August 2017,  ab 12 Uhr Wo: Kerpen-Buir/Kerpen-Manheim/Hambacher Wald
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„Von 7 bis 250 000 – Der Protest gegen TTIP & CETA in Berlin“

25.08.2017
25.08.2017, 19:00 Uhr - 22:00 Uhr

Das Berliner „Netzwerk TTIP | CETA | TiSA stoppen!“ und die NaturFreunde Berlin laden zur Ausstellungseröffnung „Von 7 bis 250 000 – Der Protest gegen TTIP & CETA in Berlin“ ein. Mit einer Fotoausstellung mit mehr als 70 Bildern wird der Protest der letzten Jahre in Berlin gegen die neoliberalen Freihandelsabkommen TTIP & CETA in eindrucksvollen und ausdrucksstarken Impressionen und Bildern gezeigt.

Das Motto „Von 7 bis 250 000 – Der Protest gegen TTIP & CETA in Berlin“ soll dabei aufzeigen, dass sich Bewegung nicht nur in Großdemonstrationen und spektakulären Aktionen zeigt, sondern in vielen kleinen Aktionen, Kundgebungen und Veranstaltungen. Die Ausstellung lässt Akteur*innen, Demonstrierende und Aktionen Revue passieren.
Der Protest hat aktiv dazu beigetragen, die Probleme der neoliberalen Freihandelsabkommen in eine breite Öffentlichkeit zu bringen. Jetzt soll die Ausstellung anregen, mit dem Widerstand nicht nachzulassen und in den nächsten Jahren für eine Beendigung der neoliberalen Freihandelsabkommen zu streiten.

Die Ausstellung wird vom 25.08.2017 bis 29.09.2017 werktags von 10.00 bis 17.00 Uhr zu sehen sein. Bei Interesse können auch individuelle Termine und Führungen durch die Ausstellung abgesprochen werden. Bitte bei Uwe Hiksch, hiksch@naturfreunde.de, Tel.: 0176-62015902 melden.

Zum Berliner Netzwerk TTIP | CETA | TISA stoppen gehören:

NaturFreunde Berlin, Greenpeace Berlin, Berliner Wassertisch, DGB Region Berlin, GRÜNE LIGA, Attac Berlin, BUNDjugend Berlin, Mehr Demokratie, Arbeitskreis Internationalismus (IG Metall Berlin), Gen-ethisches Netzwerk, Anti Atom Berlin, PowerShift, BUND Berlin, FIAN Berlin

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Klassenkampf statt Standortlogik – oder wie bekämpfen wir die AfD?

25.08.2017
25.08.2017, 19:00 Uhr - 22:00 Uhr
Die AfD versucht mit sozialdemagogischen Parolen Unterstützung unter Teilen der Lohnabhängigen zu finden. Bisher ist der Versuch, sogenannte AfD-Arbeitnehmerorganisationen aufzubauen, nicht sehr erfolgreich. Der Journalist  Stefan Dietl hat in seinem im Unrast-Verlag erschienenen Buch AfD und die soziale Frage untersucht, welche Rolle sozialrassistische Argumentationsmuster im Programm und im politischen Alltag der AfD spielen. Wir wollen auf der Veranstaltung diskutieren, welche Verantwortung der standortnationalistischer Kurs führender DGB-Gewerkschaften hat, dass solche Argumentationsmuster bei Teilen der Lohnabhängigen verfangen und wie  wir als Basisgewerkschaft mit einer transnationalen klassenkämpferischen Praxis dagegen halten können.

 

 

 

   
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Diskussion im Garten - Urbane Gartenpolitik und die Zukunft des Schrebergartens

25.08.2017
25.08.2017, 12:30 Uhr

Die Gärten der Einigkeit in Rosenthal/Pankow bestehen seit 1916 und sind mit knapp 1000 Parzellen nicht nur eine der größten Kolonien Berlin, sondern auch ein wichtiger Teil der grünen Lungen der Stadt. Seit dem Mauerfall veränderten sich die stadtpolitischen und territorialen Balancen auf rasante Weise. Immer wieder sind die Erholungsanlagen bedroht von Verkauf, Angeboten zur Umwandlung in Eigentum (zu Preisen, die sich kein Kleingärtner jemals leisten kann). Rosenthal hat sich zum Speckgürtel des Berliner Nordens „gemausert".

Wer aber sind die Gärtner und Alteingesessenen der „Einigkeit" und was sind ihre Ziele für die Zukunft im Gegensatz zu den Bau- und Verkaufsvorhaben? Wie entwickelt sich die Gartengemeinschaft strukturell in Bezug auf Bevölkerungsgruppen? Einige der Kleingärtner sind fast 90 Jahre alt und bewirtschaften ihre Parzelle seit mehr als 50 Jahren, es geht ihnen gut und alles in ihrem Garten ist doppelt so groß wie in anderen. Viele „neue Gärtner" dagegen stellen sich eher einen Swimmingpool hin. Wohin verschwindet das Gärtnerwissen dann? Gibt es auch eine „Gentrifizierung" des Schreberns?

Termin: Freitag, 25.8.2017 12:30

Ort: Datscha Radio Studio und Garten, Oreganoweg 11, 13158 Berlin-Rosenthal, Bus M21

Referenten: Stefan Gelbhaar - MdA (angefragt), Herr Jürgen Helm, ehem. Vorstand Garten-und Siedlergemeinschaft Einigkeit e.V. u.a.

Moderation: Xenia Helms - Redakteurin Datscha Radio

Anmeldung unter: lazova@bildungswerk-boell.de

Im Rahmen des Radio- und Gartenkunst-Festivals Datscha Radio, 25. bis 29. August 2017
On Stream auf datscharadio.de und berlinweit zu ausgewählten Zeiten* auf UKW 88,4 MHz und in Potsdam auf 90,7 MHz.

Programmplan ab 15. August im Internet

 

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Ende Gelände 2017 : Kohle stoppen. Klima schützen

24.08.2017
24.08.2017 - 29.08.2017
Aufruf WIR SCHAFFEN EIN KLIMA DER GERECHTIGKEIT Unterstützer*innen

24.-29. August und 3.-5. November 2017 im Rheinischen Braunkohlerevier

Kohle muss im Boden bleiben, um den Klimawandel aufzuhalten. Doch Deutschland ist bei der Braunkohleförderung weiterhin Weltmeister! Während Politik und Konzerne untätig bleiben, nehmen wir den Kohleausstieg selbst in die Hand. Im August werden wir Kraftwerke durch Blockaden von der Kohlezufuhr abschneiden. Und wenn im November in Bonn die Delegierten zum UN-Klimagipfel zusammentreffen, kommen wir zurück in die Grube. Wir zeigen, wo in Deutschland das Klima verhandelt wird.

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Ende Gelände 2017 : Kohle Stoppen. Klima Schützen. Rheinisches Braunkohlerevier

24.08.2017
24.08.2017 - 29.08.2017

Gemeinsam werden wir gleich zwei Mal, vom 24. – 29. August während des Klimacamps und im November während des UN-Klimagipfels, im Rheinischen Braunkohlerevier ein deutliches Zeichen für Klimagerechtigkeit setzen – mit weiteren Aktionen zivilen Ungehorsams.

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Kohle erSETZEN

24.08.2017
24.08.2017 - 27.08.2017
Ungehorsam das Klima retten!

Mit der Aktion Kohle erSetzen! werden wir im Sommer gemeinsam mit vielen hundert Menschen ein deutliches Zeichen für einen konsequenten Kohleausstieg setzen.

Gerade die Kohleverstromung heizt den globalen Klimawandel weiter an, der eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist. Zudem werden im Rheinland und damit direkt vor unserer Haustür für die Braunkohletagebaue noch immer ganze Dörfer umgesiedelt und Ökosysteme zerstört.

Genauso wie sich die Symptome einer ausbeuterischen Energieproduktion im rheinischen Braunkohlerevier häufen, bündelt sich hier Ende August auch der vielfältige Widerstand: eine Menschenkette, Schienenblockaden, eine Fahrraddemo, Kleingruppenaktionen – und unsere Sitzblockade!

Ungehorsam blockieren wir dort ein Kohlekraftwerk. Zusammen setzen wir uns auf die Zufahrten und fordern deutlich: Kohle erSetzen!

Wir organisieren uns in Bezugsgruppen und stärken uns gegenseitig. Ob junge Menschen, erfahrene Aktionsprofis, Blockadeeinsteiger_innen oder Menschen, die ein Hausverbot bei RWE haben: Gemeinsam und entschlossen leisten wir Zivilen Ungehorsam und geben die Straße auch bei Aufforderung der Polizei nicht frei.

Lasst uns solidarisch und gewaltfrei Klimagerechtigkeit auf der Straße erkämpfen!

Markier es dir im Kalender: Damit wir alle gut vorbereitet in die Aktion starten, sei möglichst bis Donnerstag um 18 Uhr (24. August) auf dem KlimaCamp.

Rede mit Freund*innen über die Aktion und kommt gemeinsam! Teil das Mobivideo oben auf deinen Social-Media – Kanälen oder schick die Mobimail an deine Bekannten und Verteiler weiter!

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